Europa-Abgeordnete fordert Initiative gegen Euthanasie

10.02.2011
Europa-Abgeordnete fordert Initiative gegen Euthanasie admin 10.02.2011

Die italienische Europa-Abgeordnete Christiana Muscardini schickte am 31. Januar einen Brief an den Fraktionsvorsitzenden der EVP (Europäische Volkspartei), Joseph Daul, in dem sie ihm vorschlägt, die Fraktion solle angesichts des „Impulses zur Reduzierung der Ausgaben für das Gesundheitswesen durch die Eliminierung der Ältesten und Schwächsten" einen „Resolutionsentwurf gegen die Euthanasie vorlegen und dafür die Unterstützung anderer Fraktionen suchen".

In dem Brief schreibt sie: „…Die Schwierigkeiten aller Art, in denen sich Europa seit geraumer Zeit befindet – politische, finanzielle, wirtschaftliche, soziale – tragen dazu bei, die großen Themen vergessen zu machen, die bis heute mit den Werten verbunden sind, die die Grundlagen unserer Zivilisation repräsentieren: die Kultur des Lebens, zum Beispiel, und die Ablehnung der Euthanasie. Doch heutzutage gewinnt, angesichts der Bedrohung jeglicher öffentlicher Wohlfahrt durch den Zusammenbruch des Finanzsystems, der Impuls zur Reduzierung der Ausgaben für das Gesundheitswesen durch die Eliminierung der Ältesten und Schwächsten immer mehr an Boden.

Im Vereinigten Königreich, den Niederlanden, der Schweiz, Deutschland, in Dänemark und in Italien genauso werden Stimmen laut und entwickeln sich Initiativen zugunsten von Euthanasie. Glücklicherweise hat in Frankreich der Senat gut reagiert und ein Gesetz für die aktive Euthanasie verhindert. Der Kultur des Todes, die auch das „Recht auf Abtreibung" umfaßt, wird durch eine Kultur des Lebens nicht ausreichend entgegengewirkt.

Wissenschaftliche und kulturelle Institutionen bewegen sich auf ungewissem Terrain und passen sich, ohne Mut, ein heiliges Prinzip zu verteidigen, einer Situation an, die von ideologischen Lobbys bestimmt wird. Diese kulturelle Verschiebung ist das Gegenteil dessen, was man im Lateinischen als Pietas bezeichnet, und stellt eine Veränderung des menschlichen Selbstverständnisses mit schwerwiegenden anthropologischen Konsequenzen dar. Europa muß sich ernsthaft die Frage stellen, auf die [der französische] Ministerpräsident Fillon in der vergangenen Woche die Aufmerksamkeit lenkte: „Die Frage ist, ob die Gesellschaft dabei ist, ein Gesetz zu erlassen, mit dem sie sich das Recht auf töten zugesteht. Ich glaube, daß diese Grenze nicht überschritten werden darf."

Diese Meinung teile ich. Ist die Fraktion der EVP der gleichen Ansicht? Wenn ja, dann sollte sie die Initiative ergreifen und den Wert des Prinzips bekräftigen, demzufolge das Leben vor allen anderen Fragen den Vorrang hat und folglich die Euthanasie in jeder Hinsicht als eine negative Geste betrachtet werden muß. Wir sollten einen Resolutionsentwurf gegen die Euthanasie vorlegen und dafür die Unterstützung anderer Fraktionen suchen."

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