Ex-IWF-Chef ruinierte Bankia

01.06.2012
Ex-IWF-Chef ruinierte Bankia klaus 01.06.2012

Argentiniens Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner bedachte in einer Rede am 29. Mai den ehemaligen Chef von Bankia, Rodrigo Rato, mit einigen klaren Worten. Bankia wurde, um die drohende Insolvenz abzuwenden, vom spanischen Staat übernommen und mit bisher mindestens 23 Mrd. Euro gestützt. Rato war von 2004 bis 2007 als Nachfolger von Horst Köhler geschäftsführender Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF).


Argentiniens Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner bedachte in einer Rede am 29. Mai den ehemaligen Chef von Bankia, Rodrigo Rato, mit einigen klaren Worten. Bankia wurde, um die drohende Insolvenz abzuwenden, vom spanischen Staat übernommen und mit bisher mindestens 23 Mrd. Euro gestützt. Rato war von 2004 bis 2007 als Nachfolger von Horst Köhler geschäftsführender Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF).

„Stellen Sie sich vor, wie viele Arbeitsplätze mit den 23 Mrd. Euro hätten geschaffen werden können“, sagte Fernandez de Kirchner anläßlich einer Veranstaltung, bei der weitere Kredite für das Nationale Mikro-Kredit-Programm für Sozialwirtschaft bekanntgegeben wurden. Mit Hilfe dieses Programms wurden schon 275.000 Arbeitsplätze geschaffen. Die Präsidentin rief die Auseinandersetzung ihres Landes mit dem IWF in Erinnerung, als dort Rato das Zepter schwang. Ihr Vorgänger im Amt und inzwischen verstorbene Ehemann, Nestor Kirchner, hatte Argentinien aus dem Würgegriff der internationalen Banken befreit, indem er die Staatsschulden in einem Schuldenschnitt reduzierte und gleichzeitig Investitionen in die Realwirtschaft forcierte – eine Politik die heute für viel Staaten Vorbild ist.

„Die Tiraden, die Rato damals gegen unser Land und unser Wachstumsmodel losließ, seine beißende Kritik, sind uns noch sehr gut in Erinnerung. … Rato ruinierte eine Bank, aber wollte alle anderen darin belehren, wie sie ihre Länder zu führen haben.“ Rato und seine Nachbeter innerhalb Argentiniens hätten damals prophezeit, daß das Land in einem Desaster enden würde. „Die Wahrheit ist aber, daß wir uns die Dinge anschauen und mit unserer Lage vergleichen, in der wir eine Bank für Sozialwirtschaft mit 565 Millionen Pesos (ca.100 Mio. Euro) ausgestattet haben, die damit 247.000 Arbeitsplätze schaffen konnte. Wir glauben nicht, daß wir besser sind als irgendjemand sonst, aber wir sind sehr stolz auf dieses Modell – das so unorthodox war und für einige so schreckerregend – und das weiterhin für Hoffnung und Arbeitsplätze sorgt. … Heute stehen wir an einer Zeitenwende. Die Tatsache ist bemerkenswert, daß ein ehemaliger Chef des IWF eine Bank in den Ruin führte, während er vorher jeden anderen belehren wollte.“

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