Die Explosion der Derivatblase zeichnet sich ab – jetzt geordnete „Bretton-Woods“-Reorganisation!

28.10.2008
Die Explosion der Derivatblase zeichnet sich ab – jetzt geordnete „Bretton-Woods“-Reorganisation! admin 28.10.2008

Die Flucht aus Währungen und Aktienmärkten der „Schwellenländer“ steigert sich, vor allem angetrieben durch  internationale Spekulanten, die ihre Positionen bei den Derivaten und im Dollar- und Yen-"Carry-Trade" hektisch zu decken versuchen. Wie ein am 27.10. von Bloomberg zitierter Händler zugab, hängen diese Vorgänge mit "Zwangsverkäufen" zusammen. Das Chaos brachte an diesem Tag dramatische Einbrüche an den Börsen in Hongkong (-15%), den Phillippinen (-12%) sowie in Thailand und Ungarn (je -11%). 

Damit rücken auch mögliche Staatsbankrotte einiger Länder in den Bereich der Möglichkeit, welche wiederum Kettenreaktionen bedeutenden Ausmasses zur Folge haben würden. Das Sprachrohr der britischen Konservativen, Ambrose Evans Pritchard ("Daily Telegraph") stellte gestern die Realität auf dem Kopf, indem er statt des weltweiten Finanzspekulationskarussels jetzt die Probleme der „Schwellenmärkte“ für die Schwierigkeiten  der europäischen Banken verantwortlich macht. So stammten Zahlen der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zufolge 75% der $4,7 Billionen an transnationalen Krediten, die nach Asien, Osteuropa und Südameríka vergeben wurden, von europäischen Banken. Die österreichischen Banken seien in einer Höhe von 85% des österreichischen Bruttosozialprodukts in Schwellenländern exponiert. 

Einige dieser Länder werden, ohne eine prinzipiell andere Lösung wie LaRouches "Neues Bretton Woods" souveräner Nationen, bei dem spekulative Derivatgeschäfte als ganzes eingefroren und abgeschrieben werden und neue Kreditlinien für die Realwirtschaft zur Verfügung gestellt werden müssen, jetzt in ihrer Verzweiflung in die Arme des Internationalen Währungsfonds getrieben. Der IWF stimmte gerade zu, der Ukraine $16,5 Mrd. zu leihen; Ungarn soll ein „bedeutendes Finanzierungspaket“ vom IWF erhalten; Weißrussland verlangte letzte Woche mindestens $2 Mrd. und Pakistan versucht, $15 Mrd. zu erhalten. 

Die Anleihen sind mit den altbekannten zerstörerischen Spar-„Bedingungen“ für die Realwirtschaft und den Lebensstandard der Bevölkerung verbunden, was die Lage nur noch schlimmer macht.

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