Um die europäischen Banken über die Osterfeiertage zu retten, legte ihnen die Europäische Zentralbank (EZB) noch schnell einige Ostereier ins verrottende Nest. Nachdem die sie bereits Anfang der Woche den "notleidenden" Banken 25 Mrd. Euro zur Verfügung gestellt hatte, gab sie am Donnerstag noch einmal 15 Mrd. frei. Das war allerdings weniger als ein Viertel der von den Banken nachgesuchten 65,8 Mrd. Euro. Auch die Bank von England injizierte 5 Mrd. Pfund, um den Banken wenigstens für drei Tage Luft zu verschaffen.
Analysten erwarten neue Stürme auf die Finanzwelt zukommen, wenn demnächst die Zahlen fürs erste Quartal veröffentlicht und wachsende Verluste eingestanden werden müssen. Auch ist die Krise bei der IKB, KFW und den Landesbanken alles andere als ausgestanden. Hier weigert sich aber Bundesbankchef Axel Weber die Rolle des "lender of last resort", der letzten Zufluchtsstätte für die Banken, zu übernehmen.
Die BüSo-Bundesvorsitzende Helga Zepp-LaRouche warnte bereits im Januar, daß sich hier ein gefährliches Vakuum auftue. Denn die europäischen Länder haben mit dem Maastricht-Vertrag ihre finanzielle und monetäre Souveränität an die EZB abgegeben und für diese sei die Rolle des "lender of last resort" nicht vorgesehen.
Solange die Politik der kleinen und großen Geldspritzen beibehalten wird, ist das Resultat klar: Hyperinflation. Nur mit der geordneten Vernichtung der Aberbillionen von spekulativen Finanztiteln und der Neuordnung des Weltfinanzsystems im Sinne eines Neuen Bretton Woods kann die Krise überwunden werden.