Die Europäische Zentralbank hat auf die Inflationsdaten mit der üblichen monetaristischen Reflexreaktion reagiert und die Zinssätze von 2 auf 2,25 Prozent erhöht. Es ist die erste Zinserhöhung seit fast drei Jahren. Die Inflation war auf 3,2 Prozent gestiegen und lag damit deutlich über dem EZB-Ziel von 2 Prozent. Auch die US-Notenbank Fed steht laut Presseberichten kurz davor, mit Zinserhöhungen zu beginnen.
Die vorherrschende Wirtschaftsdoktrin geht von nur zwei Ursachen für Inflation aus: steigende Kosten, insbesondere Löhne („Kostendruck“), und „übermäßige“ Nachfrage („Nachfragedruck“). Aber Inflation kann viele Ursachen haben, beispielsweise Energiepreisschocks, wie derjenige, der die Weltwirtschaft durch den Krieg gegen den Iran getroffen hat, und ganz besonders die Hyperinflation wertloser Finanzaggregate (Spekulation), die das gesamte System kontaminiert. Eine Verknappung der Geldmenge wird das Problem nicht lösen, sondern verschlimmern, indem sie die Produktionskosten und damit letztlich die Verbraucherpreise erhöht.
Höhere Zinssätze werden zudem den finanziellen Zusammenbruch beschleunigen, indem sie die Liquidität verknappen und damit die Kosten für die Refinanzierung der „Alles-Blase“ in die Höhe treiben. Aber auch niedrigere Zinssätze sind eine falsche Politik, solange die Finanzblase intakt bleibt, weil sie nur dazu führen, dass mehr Geld in das finanzielle Krebsgeschwür strömt. Kurz gesagt: Unter dem derzeitigen System kann man mit allen verfügbaren Optionen nur verlieren.
Quelle: eirna.de