Der Finanzstabilitätsbericht der EZB hat jetzt vor neuen Abschreibungen in Höhe von 283 Mrd. $ gewarnt. Der Kreditzyklus sei noch nicht wieder hergestellt. In gewundener Ausdrucksform heißt es, es gebe weiterhin eine Verschlechterung der „makrofinanziellen Umgebung" , die das Euro-Finanzsystem belaste. Die Aussichten für eine signifikante kurzfristige Besserung seien "nicht vielversprechend".
Ambrose Evans Pritchard vom Daily Telegraph bezifferte am 16. Juni die Gesamtverluste in der Eurozone bis Ende 2010 auf 649 Mrd. $, wobei faule Kredite (431 Mrd. $) den größten Anteil ausmachten. Bisher hätten die Banken nur 150 Mrd. $ abgeschrieben. Zwischenzeitlich wurden 25 spanische Banken von der Ratingagentur Moodys heruntergestuft
Hedgefonds hingegen erleben eine neue Blüte. Einige davon wetten ganz offen auf die kommende Inflation bzw. Hyperinflation. Ein Beispiel dafür ist der Londoner Hedge Fund 36 South, der 100 Mio. $ für einen neuen Fonds sammeln will, um auf Inflation bei Rohstoffpreisen und zunehmenden Währungsinstabilitäten zu wetten. Laut Bloomberg sagte der Besitzer, Jerry Haworth: „Wir befinden uns in der Verzögerungszeit, in der die Samen der Inflation gesät wurden und in der bereits ihre Folge, nämlich höhere Preise, für jedermann sichtbar sind." Die meisten Investoren würden das Inflationsrisiko noch unterschätzen.