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EZB öffnet wieder die Geldschleusen - der nächste Crash ist vorprogrammiert

Eine neue Welle der monetären Expansion zeichnet sich ab: der Chef der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, hat angekündigt, daß beim Treffen des EZB-Rats im September über eine Wiederaufnahme der „Quantitativen Erleichterung“ (QE) diskutiert werden soll. Und die US-Notenbank wird voraussichtlich am 31.7. ihre Haltung umkehren und die Zinsen senken.

So wiederholen die Zentralbanken die gleichen Fehler der letzten Jahre mit dem vorgeblichen Ziel, eine Erholung der schrumpfenden Realwirtschaft zu fördern. Das tatsächliche Ziel der monetären Expansion ist jedoch, dem von der Droge Liquidität abhängigen, bankrotten Bankensystem immer größere Mengen davon zur Verfügung zu stellen.

Beispiel Deutsche Bank: Der einst führende „Champion“ der Eurozone verzeichnete im zweiten Quartal Verluste von 3,15 Mrd.€ und verlor gleichzeitig 1 Mrd.€ pro Tag durch Auszahlungen von Einlegern und Anlegern. Die Entscheidung der Deutschen Bank, aus dem defizitären Investmentbanking auszusteigen, kommt zu spät und in einer Form, die dem Absprung aus einem Flugzeug ohne Fallschirm ähnelt.

Während die Bank bereits 65 Mrd.€ an risikogewichteten Finanzaktiva in eine Bad Bank eingebracht und 12% davon losgeworden ist, stagnieren ihre Erträge aus den kommerziellen Bankgeschäften. Dies ist auf zwei Faktoren zurückzuführen: auf den Mangel an Nachfrage (Investitionen) aus dem produktiven Sektor der Wirtschaft, und auf die wahnsinnige negative Zinspolitik der EZB.

Die einzige Abhilfe gegen die erste besteht darin, daß die Nachfrage nach Investitionen vom öffentlichen Sektor kommen muß, d.h. durch einen klassischen Infrastrukturinvestitionsplan. Die chinesische Regierung bietet dazu eine ausgezeichnete Möglichkeit, durch den Anschluß an das Belt & Road-Projekt, aber Brüssel und einige EU-Regierungen, darunter Berlin, lehnen dies mit geopolitischen Argumenten ab.

Der zweite Faktor hängt mit der Zwickmühlen zusammen, in die sich die EZB und andere Zentralbanken selbst hineinmanövriert haben. Um die globale Derivatblase über Wasser zu halten, wurde den Banken das Geld hinterhergeworfen, und die EZB hat ihre Bilanz seit der Einführung des Euro verfünffacht, indem sie staatliche und private Vermögenswerte aufkaufte und so ihren Wert stützte. Dies hat jedoch das traditionelle Bankgeschäft zerstört und Kunden und institutionelle Anleger gezwungen, sich immer spekulativeren Anlagen zuzuwenden, um eine gewisse Rendite auf ihr Geld zu erzielen.

Ein finanzieller Zusammenbruch kann durch einen kettenreaktionsartigen Ausfall bei den Firmenkrediten und ähnlichen hochverzinslichen Finanzblasen ausgelöst werden. Es ist also höchste Zeit, den Stecker für das spekulative Finanzkasino zu ziehen und eine Glass-Steagall-Reform des Bankensystems umzusetzen, indem man die Geschäftsbanken von den Investmentbanken trennt, und anzuerkennen, daß die Banken, die „zu groß sind, um sie scheitern zu lassen“, auch zu groß sind, um sie zu retten. Gleichzeitig muß durch ein Nationalbanksystem ausreichender neuer, projektgebundener Kredit geschaffen werden, so wie es Lyndon LaRouche in seinen "Vier Gesetzen" fordert.