EZB & schwarze Löcher

20.04.2008
EZB & schwarze Löcher admin 20.04.2008

Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte erklären, wohin all die neue Liquidität fließe, forderte der bekannte italienische Ökonom Francesco Forte, der in den 80er Jahren als Minister in der italienischen Regierung saß. In der italienischen Tageszeitung Libero mercato schreibt er, daß EZB-Chef Trichet zwar behaupte, die Inflation bekämpfen zu wollen und daher eine straffe Finanzpolitik führe, aber laut Forte in Wirklichkeit Liquidität ins System pumpen würde. Das Wachstum der Geldmenge M3 hätte sich von 5% auf 10% verdoppelt, während sich das BSP-Wachstum verlangsame, schreibt Forte. Dies sei der Hauptgrund für die Inflation.

"Derzeit muß die Frage gestellt werden: wen hat die EZB mit diesen großzügigen Liquiditätsspritzen finanziert?" Diese Frage sei um so berechtigter, da die EZB ihre Kreditpolitik von sehr kurzfristigen auf halbjährliche Kredite ausgedehnt habe. "Es ist zwar nicht bekannt, wer die Geldinfusionen für sechs Monate empfangen hat", schreibt Forte, aber der Verdacht, daß Banken bevorzugte Behandlung bekommen haben, sei durchaus stark.

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