Die Sperrung der Straße von Hormus sei keine vorübergehende Störung des Schiffsverkehrs, sondern die erste Phase eines systemischen Agrarschocks, der innerhalb von sechs bis zwölf Monaten zu einer schweren globalen Krise bei den Lebensmittelpreisen führen werde, warnte die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen am Mittwoch.
In einer neuen Mitteilung vom 20. Mai erklärte FAO-Chefökonom Maximo Torero, das Zeitfenster für vorbeugende Maßnahmen schließe sich rasch, da Landwirte und Regierungen derzeit Entscheidungen über Düngemittelkäufe, die Wahl der Anbaukulturen und die Finanzierung von Importen treffen, die über das Ausmaß der weiteren Entwicklungen entscheiden werden. Der FAO-Lebensmittelpreisindex ist bereits drei Monate in Folge gestiegen, angetrieben durch hohe Energiekosten und kriegsbedingte Störungen.
Die Organisation geht von einem Schock aus, der sich in aufeinanderfolgenden Phasen entfaltet: Zuerst steigen die Energiekosten, dann die Düngemittelpreise, gefolgt von einer Verknappung des Saatguts, anschließend sinken die Erträge, und schließlich überträgt sich die Lebensmittelinflation auf die Verbraucher. Das zusätzliche Risiko eines El-Niño-Ereignisses, das in mehreren Regionen zu Dürren führen könnte, erhöht den Druck auf ein bereits stark belastetes System weiter.
Die FAO fordert die Regierungen nachdrücklich auf, rasch alternative Land- und Seewege rund um die östliche Arabische Halbinsel und durch das Rote Meer zu eröffnen und gleichzeitig Exportbeschränkungen für Energie, Düngemittel und Nahrungsmittel zu vermeiden.
Quelle: eirna.de