Der Präsident der Federal Reserve von Kansas, Thomas Hoenig, hat sich in den letzten 18 Monaten immer wieder in Veröffentlichungen gegen die Rettungspakete der Federal Reserve und des Finanzministeriums für die großen Banken ausgesprochen. Jetzt warnte er am 11. Januar bei der 2011 Economic Outlook Conference in Albuquerque/New Mexiko erneut davor, daß mittlerweile fünf der größten amerikanischen Banken 60% aller Finanztitel in den USA kontrollierten. Deswegen, so berichtet das "Business Weekly" aus New Mexiko, forderte Hoenig, "brauchen wir eine Rückkehr zu Glass-Steagall".
Im September 2010 war Hoenig einer von vier Präsidenten bzw. ex-Präsidenten der Federal Reserve gewesen, die die Gesetzesvorschlage von Senatorin Blanche Lincoln bzw. von Maria Cantwell und John McCain gegen Derivatspekulation und für die Rückkehr zum Glass-Steagall Trennbanken-System unterstützt hatten.
Der MIT-Ökonom Simon Johnson untermauerte in einem Beitrag am 12.1. Hoenigs Beschreibung der Gefahr, die von den Wall Street-Giganten ausgeht. Johnson bezeichnete JP Morgan Chase, Bank of America, Citigroup, Wells Fargo, Goldman Sachs und Morgan Stanley als "die gefährlichsten, regierungsunterstützten Banken", die ohne Zweifel "zu groß seien, um unterzugehen." Die Regierung würde in jedem Fall eingreifen, um 100% der Gläubiger zu schützen. 1995 [vor der Abschaffung von Glass-Steagall] hätten diese größten sechs Banken Wertpapiere in der Größenordnung von 17% des Bruttoinlandslandsprodukts kontrolliert, 2005 55% und heute läge diese Zahl bei über 64% des BIP.