Am 12.11. traf sich der Präsident der New Yorker Federal Reserve mit den Chefs großer Wall-Street-Banken, um zu besprechen, wie über das Notkreditfenster der Fed, die Standing Repo Facility (SRF), das Finanzsystem aufrechterhalten werden kann, wie Reuters berichtete. Über die SRF können Banken Anleihen und Wertpapiere aus ihrem Besitz an die Fed verkaufen und so in ihren Büchern Liquidität schaffen. Mit anderen Worten: Es wird Geld in den Markt gepumpt, um die Märkte bei Laune zu halten.
Die Fed bereitet sich damit auf finanzielle Schocks in der kommenden Zeit und einen Bedarf der Banken an Notfall-Liquidität vor. Als Gründe für die erwartete höhere Kreditaufnahme nennt Reuters steigende Geldmarktzinsen und den Leitzins der US-Notenbank. Nicht erwähnt wird der Grund für diese „Marktturbulenzen”: die Probleme mit der KI-Blase, die sich am 19.11., wenn der KI-Riese Nvidia seinen Gewinnbericht veröffentlicht, zur Panik ausweiten könnten.
Die Gesamtkapitalisierung des S&P von 57-58 Bio.$ ist in den letzten anderthalb Jahren um 32% angewachsen. Im gleichen Zeitraum stieg das nominale BIP der USA um nur 3-4 %, auf jetzt 30,6 Bio.$. Allein der Anstieg des S&P entspricht der Hälfte des gesamten BIP der USA, und er wird durch die KI-Blase angetrieben. Der Anteil von KI-Unternehmen, darunter Tech-Giganten, die die KI-Infrastruktur aufbauen, und Großunternehmen, die diese in ihr Kerngeschäft integrieren, ist enorm: ca. 19 Billionen Dollar (30%). Allein der Wert von Nvidia, 5 Bio.$, macht jetzt 16% des BIP der USA aus!
Ein Crash der KI-Aktien würde unweigerlich Nachschußforderungen von Gläubigern nach sich ziehen, und Unternehmen müßten sich dafür Liquidität verschaffen. Die Panik könnte sich auf das gesamte Finanzsystem ausbreiten, ähnlich wie bei der Krise 2008. Darauf bereitet sich die Fed vor, weil sie einen sprunghaften Anstieg der Zinsen am Tagesgeldmarkt erwartet. Dies begann bereits am 31.10., als die Fed und das Finanzministerium 50 Mrd.$ in den Markt pumpten – die größte Liquiditätsspritze seit 2019.
Die Fed macht sich bereit, wieder „Hubschraubergeld“ abzuwerfen und zusätzlich die „Quantitative Lockerung” ab Anfang Dezember wieder aufzunehmen, wenn sie wieder mit dem Kauf von Vermögenswerten beginnt. Banken und Unternehmen können ihre wertlosen Papiere auf die Bilanz der Fed abladen, die im Gegenzug Staatsanleihen bietet. Und um diese Staatsanleihen zu kaufen, wird die Fed Geld drucken.