In einem Leitartikel der Wochenendausgabe wies die Financial Times (FT) Barack Obama die Richtung seiner zukünftigen Politik und verlangte, daß er Hillary Clinton unter keinen Umständen den Posten des Vizepräsidenten anbieten dürfe.
In einem begleitenden Gastkommentar von Edward Luce, Leiter des Washingtoner Büros der FT, warnt dieser, daß es ein schwerer Fehler sei, Hillary Clinton vorzeitig abzuschreiben. Es wird ein enger Freund der Clintons zitiert: "In Wirklichkeit hat sie nicht nur ganz knapp die Nominierung verpaßt, sondern sie hat eine Volksbewegung in Gang gesetzt."
Mit vor Hohn triefenden Kommentaren über Bill und Hillary Clinton, gab die FT zu, daß "sie diejenige im Senat sein könnte, die nach einem Erdrutschsieg McCains – an dessen Verhinderung sie tapfer gearbeitet hatte – ihrer Partei bei einem Neuanfang hilft."
Die größte Hysterie zeigte die FT über die Umstände, unter denen Clinton die Nominierung Obama überließ. "Dann gab es da ihre „Eingeständnis“-Rede am Dienstag, zu der sie als ’nächster Präsident der Vereinigten Staaten‘ angekündigt wurde. Die Rede wurde immer wieder von ‚Denver, Denver‘- Rufen unterbrochen – dem Tagungsort des Demokratischen Parteitags im August, bis zu dem den Kampf um die Nominierung weiterzuführen, ihre Anhänger verlangt hatten. Die Begeisterung war so groß, daß Obama, nachdem er zweimal nur ihre Mobilbox erreicht hatte, es aufgab, Frau Clinton selbst an den Apparat zu bekommen. Nachdem sie in den vorhergehenden Wochen Obama in einer Vorwahl nach der anderen haushoch geschlagen hatte, könnte man Frau Clinton eigentlich vergeben, daß sie am Ende fast wie eine Siegerin klang."