Die Abwahl des französischen Premierministers Bayrou nach Vorlage seines massiven Sparplans hat die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Ratingagenturen in der kommenden Woche die Bonität Frankreichs herabstufen werden. Es wird davon ausgegangen, dass zumindest kurzfristig keine „Haushaltsdisziplin“ durchgesetzt werden könne. Hedgefonds konzentrieren sich jedoch bereits auf Leerverkäufe französischer Anleihen, was zu einem Anstieg der Umschuldungskosten geführt hat. Zum ersten Mal in der Geschichte sind die Renditen französischer Anleihen genauso hoch wie die Italiens. Italien galt bisher als das EU-Mitglied mit dem höchsten finanziellen Risiko.
Frankreich sollte sich einem solchen Druck nicht beugen. Ein massiver Sparplan, wie er von Bayrou vorgeschlagen wurde, würde Frankreich in eine Rezession stürzen. Da sich Deutschland bereits im zweiten Jahr in Folge in einer Rezession befindet und alles darauf hindeutet, dass sich diese noch verschärft, wird die Krise der beiden stärksten Volkswirtschaften der EU nichtlineare Auswirkungen auf ganz Europa haben. Frankreich importiert Waren und Dienstleistungen aus der EU im Wert von etwa 250 Milliarden Euro. Die Hälfte davon stammt aus Deutschland, und die Krise in Frankreich wird diesen Trend noch verstärken.
Quelle: eirna.de