Finanzinteressen machen mobil gegen mögliche Rückkehr von „Glass-Steagall“-Gesetz in den USA

11.03.2009
Finanzinteressen machen mobil gegen mögliche Rückkehr von „Glass-Steagall“-Gesetz in den USA admin 11.03.2009

Ein Schreckgespenst beängstigender als Kommunismus spukt laut einem Artikel auf Bloomberg News vom 10. März an der Wall Street. Unter der Überschrift „Das Schreckgespenst „Glass-Steagall“ verfolgt die Wall Street (Update 2)“  berichtet der Artikel von einer Konferenz an der Stern School of Business der New York University (NYU) am 6. März.

„Ein Jahrzehnt nachdem die Wall Street das Glass-Steagall-Gesetz beseitigt hat … kehren seine Geister zurück, um die Finanzindustrie zu jagen…“ Paul Volcker, Berater von Präsident Obama, habe bei dieser Konferenz auf eine Rückkehr des Glass-Steagall-Gesetzes gedrängt und die Chefin des Einlagensicherungsfonds FDIC Sheila Bair deutete das gleich in einem Interview am 8. März an, so Bloomberg.

Besorgt zitiert der Artikel aus einer Rede Präsident Obamas, die dieser am 27. März 2008 noch als Präsidentschaftskandidat gehalten hat. Damals hatte er sich zwar dafür ausgespochen, die Regulierungsgesetzgebung aus den 30er Jahren (von Glass Steagall) zu verändern. Gleichzeitig hatte er aber betont, daß 1999, als das Glass-Steagall-Gesetzes abgeschafft wurde, "die 300 Mio $ Lobbykampagne zur Deregulierung eher das Ziel hatte, Übernahmen zu erleichtern, als effiziente Regulierungen zu schaffen.“

Falls versucht würde,  das Glass-Steagall-Gesetz wiedereinzuführen,  werde es „Widerstand von den selben Leuten, die so hart für den Tod von Glass-Steagall gekämpft haben“ geben, warnte „Ace“ Greenberg, ehemaliger CEO von Bear Steans, in einem Interview mit Bloomberg. John Gapper, ein Journalist der Londoner Financial Times, sprach ebenfalls auf der NYU-Konferenz und warnte vor Volcker. Dieser habe "Goldman Sachs im Visier.“ Volcker wolle ein "zweistufiges Bankensystem“, das Banken mit Spareinlagen strikt von spekulativen Investmentbanken trennen würde.  In diesem Fall müsse sich Goldman Sachs aufspalten. Ominös fügte er hinzu, es würde "sehr interessant, Goldmans reaktion zu sehen, wenn Herr Obama Paul Volckers Vorschlag folgen sollte."

Dieselben anglophilen Finanzinteressen der Wall Street, die in den 30er Jahren gegen Roosevelts New Deal und Maßnahmen wie den Glass-Steagall-Act kämpften und in Europa eine faschistische Wirtschaftspolitik vorzogen, sind heute offenbar wieder auf dem Kriegsfuß, diesmal gegen Präsident Obama.

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