Dexia, einer der weltweit größten Kreditgeber für Gemeinden und Regierungen, wurde in Frankreich mit einer öffentlichen Finanzspritze von 6,4 Mrd. € vor dem Untergang bewahrt, nachdem die Aktien am Montag 20% verloren hatten. Dexia ist von den Verlusten der amerikanischen Anleiheversicherer FSA betroffen. Von deren 17,3 Mrd. Dollar sollen 7,6 Mrd. auf unverkäuflichen Immobilien besicherten Wertpapieren basiert haben.
Die Rettungsaktion für die halbstaatliche französisch-belgische Bank wurde von den Regierungen in Belgien, Luxemburg und Frankreich durchgeführt. Von den 6,4 Mrd. € kamen 3 Mrd. aus Frankreich, davon eine Mrd. von der Regierung und zwei Mrd. von der staatlichen Miteigentümerin Caisse des Depots et de Consignations. Der Rest kam hauptsächlich aus Belgien. Die französischen Anteileigner haben jetzt mit ihrem über 25%igen Anteil die Kontrolle über die Gruppe.
Vor einer Woche war bereits bekanntgeworden, daß 20-30% der Schulden von französischen Kommunen und Regionalregierungen mit komplizierten Finanzinstrumenten zusammenhängen. Kleine Städte, die sich keine kompetenten Berater leisten konnten, verschafften sich durch solche Finanzinstrumente Kredite. Bei manchen dieser Instrumente errechnen sich die Zinsen aus dem Unterschied zwischen Euro- und Dollarwechselkursen und führten nach anfänglich niedrigen Zinsen auf heute über 10 %. Da die meisten der Kredite 2005 aufgenommen wurden und die Zinsen für drei Jahre niedrig blieben, stehen jetzt viele Gemeinden vor dem sich abzeichnenden Bankrott.