Die französische (Nouvelle Solidarite) berichtete am 22. Mai über die verzweifelte Lage der französischen Milchbauern, die, wie ihre deutschen Kollegen, wirtschaftlich mit dem Rücken an der Wand stehen.
Obwohl im letzten Jahr aufgrund der Spekulation mit Lebensmitteln die Verkaufspreise für
Milch anstiegen, wurde diese Preiserhöhung nicht weitergegeben. Die französische Regierung deregulierte den Landwirtschaftssektor aufgrund des Drucks aus Brüssel noch weiter und die Preise für die Milchbauern fielen.
Ursprünlich wurde aufgrund nach dem Vorbild der von Roosevelts Landwirtschaftsminister Henry
Wallace eingeführten Paritätspreise 1936 in Frankreich eine von Bauern,
Genossenschaften, Industriellen und Lebensmittelketten eingerichtete Behörde
zur Sicherstellung von fairen Preisen für die Produzenten eingerichtet. Diese Einrichtung
wurde im Mai 2008 vom französichen Finanzministerium nach Druck aus Brüssel wegen der Inkompatibilität mit "dem freien Markt" aufgelöst.
Seitdem können Kartelle wie Danone, Unilever, Nestle und
andere ganz frei die (niedrigstmöglichen) Preise diktieren. So wurde der Preis für eine Tonne Milch von 305 €
im April 2008 auf mittlerweile 210 € gesenkt, obwohl bekannterweise der Preis
bei mindesten 280 € liegen sollte. Der Einkommensrückgang von 30% bedeutete ein
Rückgang des Eigengewinns um 100 % – und viele Bauern sind dabei, nun bankrott zu gehen.
Darüberhinaus verstärken die Kartelle die Einfuhr billiger
Milch aus Neuseeland, Australien und sogar den Falklandinseln – alles Vasallenstaaten
des britischen Freihandelsimperiums. Seit dem Beitritt Großbritanniens zur EU gibt es Vorzugsbedingungen für die Hauptlebensmittellieferanten des Commonwealth – vor allem Neuseeland und Australien. Nachdem nächst die Gemeinsame Agrarpolitik (CAP) EU-Landwirte besonders schützte, wird im heutigen Europa die Nahrungsmittelproduktion im eigenen Wirtschaftsraum immer mehr bestraft.
Unter diesen Bedingungen kippten die französischen Milchbauern am 22. Mai im ganzen Land ihre Milch vor die Präfekturen und planen ab Montag Auslieferungsblockaden.
Das [url:“europawahl2009/kurzprogramm“]Wahlprogramm
der BüSo zur Europawahl 2009[/url] fordert den Schutz durch [url:“europawahl2009/kurzprogramm“]Paritätspreise[/url] für
die Lebensmittelproduzenten. Dies ist unabdingbar, gerade jetzt in der Weltwirtschaftskrise, in der mittlerweile ganze Kontinente vom Verhungern bedroht sind.