„In den letzten acht Monaten haben wir das Vertrauen in fast alles verloren,“ schrieb der Ökonom Pierre-Antoine Delhommais am 17. März in Le Monde. „Wir haben das Vertrauen in die Banker verloren, in deren Händler, aber auch in Immobilien, in Börsen, in Bernard Madoff, in Alan Greenspan, in die Selbstregulierungsfähigkeit der Märkte, in die Fähigkeit der Aufsichtsbehören zu kontrollieren, in die Fähigkeit der Zentralbanken, Krisen zu verhindern und in die Fähigkeit des Staates, diese zu stoppen.“
Es bleibe nur eine Sache, die noch vollkommenes Vertrauen genieße, nämlich Geld. Allerdings höre man jetzt "hie und da, auch dieses Vertrauen könnte bald verschwinden.“ Delhommais bezieht sich dazu u.a. auf den Chefökonom von Natixis, Patrick Artus. Es könne wohl seltsam wirken, auf die Gefahr einer Hyperinflation hinzuweisen, meint der Autor weiter, während weltweit die Deflation zuschlägt. „Allerdings wäre die hyperinflationäre Phase eine logische und ultimative Folge des Kartenhauses, auf welchem die Immobilienblase aufbaute … ein Spiel, in dem, wie es Mr. Artus so gut beschreibt, jeder überschuldete Broker die Schulden an den nächsten Broker weiterschiebt, die Haushalte an die Banken, die Banken an die Länder und die Länder an die Zentralbanken.“
Letztere jedoch seien jetzt gezwungen, " ‚unkonventionelle Instrumente‘ zu nutzen, kurz gesagt, Mittel, welche die Gesetze der Wirtschaft verbieten. Die amerikanische, japanische, britische und Schweizer Zentralbank kaufen direkt die Anleihen auf, die von den eigenen Ländern ausgegeben werden, um die Rettung der Banken und die Konjunkturprogramme zu finanzieren. Außerdem übernehmen sie den Giftmüll der Banken in die eigenen Bücher und kaufen letztendlich die Aktien dieser Unternehmen. Kurz gesagt, sie machen diese Schulden zu Geld. Öffentlich und Privat."
Der Fachbegriff für diesen Vorgang sei ‚Quantitative Easing,‘ was aber nur eines bedeutee: "Die Zentralbanken werfen die gute alte Notenpresse an." Aber, so fragt Delhommais zu Recht: "Bis zu welchen Punkt hat eine solche Währung, die in einer so großen Menge geschaffen wurde und auf den schlechtesten Papieren basiert, weiterhin das Vertrauen? Sobald die Bürger verunsichert sind, ist die Tür für Hyperinflation und eine ‚Flucht aus dem Geld‘ weit offen." Heute begännen sich einige zu fragen, ob der Westen nicht "das gleiche Schicksal wie Simbabwe" erleiden wird.