Während deutsche Stromkontrakte für Mai bei rund 86,80 € pro Megawattstunde gehandelt wurden, lag der Preis in Frankreich laut dem Stromhandelsindex EEX bei nur 22,06 € für die gleiche Strommenge.
Ein wesentlicher Grund für diesen Unterschied ist der Energiemix: Frankreich deckt etwa 70 Prozent seines Strombedarfs durch Kernkraft und stützt sich weiterhin stark auf die Kernenergie, die dort langfristig bis 2050 eine zentrale Rolle spielen dürfte. Frühere Pläne zur Stilllegung mehrerer Reaktoren wurden inzwischen teilweise revidiert – viele Kraftwerke sollen weiter in Betrieb bleiben oder länger genutzt werden. Dadurch bleibt die Stromversorgung vergleichsweise stabil, auch wenn die Einspeisung aus Wind- und Solarenergie schwankt.
In Deutschland sieht die Situation anders aus, vor allem aufgrund des Ausstiegs aus der Kernenergie. Hier müssen in Zeiten mit wenig Wind und Sonneneinstrahlung – die bei der täglichen Versorgung Vorrang haben – Kohle- und Gaskraftwerke einspringen, und Deutschland hat sich zu einem ständigen Nettoimporteur von Strom aus Frankreich und anderen Nachbarländern entwickelt.
Quelle: eirna.de