Die Debatte über den
Austritt aus dem Euro ergreift jetzt auch Frankreich. Ein nicht signierter
Artikel auf der Blogseite der französischen Wochenmagazins Marianne – „Die wirkliche Debatte" – schlachtet die „heilige Kuh", den Euro.
Unter dem Titel „Und wenn
man sich vom Euro zu befreien hätte?" kritisiert der Autor kompromisslos die
„Eurofanatiker", die zur Rettung der Einheitswährung dazu bereit seien, die Bevölkerungen von Griechenland, und „und
morgen von Portugal und Spanien" zu opfern. Aber als Alternative zu dem
„sozialen Massaker, zu dem die Eurozone geworden ist, ähnlich wie Länder der
Dritten Welt ein Jagdgebiet für den IWF [wurden]… gibt es natürlich einen anderen Weg:
Die Beendigung des Euro… Eines Tages werden sich die Leute damit abfinden
müssen, den nahezu religiösen Dogmatismus des Euro aufzugeben und eine Lösung
des gesunden Menschenverstandes ins Auge zu fassen. Es ist immer besser Dinge
zu verhindern, als ihnen unterworfen zu werden."
Dann entlarvt der Artikel
jene, die vorgeben, die Beendigung des Euro bedeute automatisch völliges Chaos.
In Frankreich, so der Autor, würden schon mehrere Wirtschaftswissenschaftler
an Szenarien arbeiten, den Euro gemeinsam mit anderen zu verlassen, so Jean-Jacques Rosa oder Christian
Saint-Etienne. „Eine Gruppe [von Ländern], die den Euro gleichzeitig verlassen,
würde verhindern, dass ein einzelnes Land stigmatisiert würde… Man sollte
auch bedenken, dass die Märkte Länder nicht bestrafen würden, die den Beschluss
zum Verlassen des Euro gefasst haben, den sie selbst nicht mehr als lebensfähig
betrachten. Es wären im Gegenteil jene [Länder], die beim Euro bleiben, die
gewiss als erste in Frage gestellt würden."
Müssten Länder, die den
Euro verlassen, mit einer rapiden Entwertung ihrer Währung rechnen?
„Wahrscheinlich ja, aber was soll’s ? Eine Abwertung könnte das Beste sein, was
unseren Volkswirtschaften, die seit Jahren von einem überbewerteten Euro
stranguliert werden, passieren kann, [denn sie sind] seit Jahren durch einen
überbewerteten Euro stranguliert, mit der Folge der Zerstörung unserer Exporte
und der Auslagerung von Produktion (selbst Airbus mußte in die
Dollarzone auslagern). Wir sollten uns daran erinnern, dass der französische
Franc in den fünfziger und sechziger Jahren wiederholt gegenüber der deutschen
Mark abgewertet wurden. Verhinderte das die „glorreichen dreißig" Jahre
ununterbrochenen Wachstums und Wohlstands ?
In keiner Weise."
Abschließend, so der
Autor, bleibe festzuhalten: „Es ist notwendig, sich von den irrationalen
Ängsten zu befreien, die von den Eurofanatikern und Finanzmächten, die
überleben wollen, propagiert werden. Glücklicherweise ist nichts unumkehrbar,
besonders wenn das Interesse des Überlebens der Völker auf dem Spiel steht!"