Sarkozy mit der Queen
Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy kündigte
die Entsendung weiterer Truppen nach Afghanistan an. Schockierend ist daran vor allem, daß er dies nicht dem eigenen Parlament mitteilte, sondern sein Vorhaben als erstes vor dem britischen House of Lords und House of Commons äußerte. Die
verärgerten französischen Abgeordneten werden jedoch ihre "Debatte" bekommen. Heute Nachmittag kündigte der Premierminister Francois Fillon an, er werde eine Stunde lang (!) die Fragen der Abgeordneten beantworten, aber es werde keine Abstimmung zu der Entscheidung geben. Der Sprecher der Partei des Präsidenten, UMP, sagte arroganterweise dazu: "Man stelle sich vor, jedes Mal wenn Frankreich mehr Truppen zu Auslandseinsätzen entsendet, müsse eine Debatte und eine
Abstimmung statt finden. Das macht überhaupt keinen Sinn." Fillon wird natürlich erklären, daß die Regierung alles tun werde, damit die Truppen im Osten Afghanistans und nicht im blutigen Süden eingesetzt werden. Aber die letztendliche Verwendung wird nicht in Paris sondern zu Beginn des
NATO-Gipfels in Bukarest entschieden werden. Eine Meinungsumfrage der BVA-Sud Ouest fand, daß nur 15% der Franzosen mit der Entscheidung des Präsidenten zufrieden und 68% entschieden dagegen sind.