Das norwegische Nobelkomitee hat sich in diesem Jahr dafür entschieden, den Sturz der Regierung von Nicolás Maduro in Venezuela zu fördern und verlieh deswegen den längst völlig entwerteten Friedenspreis an die Oppositionsführerin Maria Corina Machado, die von angloamerikanischen Milliardären als nächste Machthaberin für Venezuela bestimmt wurde. In der Bekanntgabe wiederholte das Komitee das gängige Narrativ eines weltweiten Kampfes zwischen „Demokraten“ und „Autokraten“ und lobte Machado als „mutige und engagierte Verfechterin des Friedens … inmitten einer wachsenden Dunkelheit“, in der die „Demokratie weltweit auf dem Rückzug ist.“
Machado tritt in die Fußstapfen des Friedensnobelpreisträgers von 2009, Barack Obama, der begeistert die Hinrichtung amerikanischer Staatsbürger im Ausland ohne Gerichtsverfahren anordnete. Machado hat ihrerseits bereits die Hinrichtung ihrer venezolanischen Mitbürger ohne ordentliches Verfahren unter dem gleichen Vorwand der „Terrorismusbekämpfung“ befürwortet. Als US-Präsident Donald Trump in den letzten Wochen eine überdimensionierte Militärstreitmacht vor der Küste ihres Landes zusammenzog, erklärte Machado am 13. September gegenüber der Londoner Times, dass Trumps Vorgehen „die größte Chance ist, die wir je hatten. Und wir werden sie nicht ungenutzt lassen … Ich unterstütze seine Strategie voll und ganz und habe im Namen des venezolanischen Volkes gesagt, dass wir sehr dankbar sind. Ich denke, es ist das Richtige. Es ist mutig. Es ist visionär.“
Zum Zeitpunkt des Interviews hatte die US-Militärstreitmacht das erste von mittlerweile vier Fischerbooten gesprengt, bei denen es sich angeblich um venezolanische Drogenhändler handelte. Die Times stellte die Frage, ob sie wirklich „den Angriff auf ein Schnellboot und die Tötung von elf Bürgern“ unterstütze. Machado blieb standhaft: „Ich bin dafür, dass die USA diese kriminelle Struktur zerschlagen.“
Dann ist da noch die Behauptung des Nobelkomitees, Venezuela sei „ein brutaler, autoritärer Staat“, den Machado ablehnt, weil die Menschen dort „in tiefer Armut leben, während sich die wenigen an der Spitze bereichern.“ Das ist in der Tat bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass das Machado-Projekt in Venezuela von Anfang an von und für die „wenigen an der Spitze“ im In- und Ausland ins Leben gerufen und finanziert wurde.
Ein typisches Beispiel: Im Juni 2025 versprach Machado (die sich aus ihrem „Versteck“ in Venezuela über Zoom zu Wort meldete) den großen US-Unternehmensinteressen, die sich um die Americas Society/Council of the Americas der Rockefeller-Familie versammelt haben, dass Venezuela, wenn sie an die Macht kommt, für sie zur „Billionen-Dollar-Chance“ des Jahrhunderts werden würde. Sie versprach, mit ihrem Programm „die Glaubwürdigkeit bei ausländischen Investoren wiederherzustellen“ durch „Marktliberalisierung und Privatisierung“, wobei Venezuelas fossile Brennstoffe und Bodenschätze ganz oben auf der Liste stehen. Venezuela, so versicherte sie dem Rockefeller-Clan, werde „die größte Chance für die Schaffung von Wohlstand in der Region für die kommenden Jahrzehnte“ sein.
Quelle: eirna.de