Früherer NATO-Botschafter Rogosin wird russische Verteidigungs-, Raumfahrt- und Nuklearindustrie erneuern

28.12.2011
Früherer NATO-Botschafter Rogosin wird russische Verteidigungs-, Raumfahrt- und Nuklearindustrie erneuern elke 28.12.2011

Der bisherige NATO-Botschafter Rußlands, Dmitri Rogosin, ist vor kurzem zum stellvertretenden Ministerpräsidenten ernannt worden. Neben der Verantwortung für die Verteidigungsindustrie ist er auch für die Bereiche Kernenergie und Weltraumfahrt zuständig. Wie wichtig diese neue Position ist, machte ein im russischen Fernsehen übertragenes Treffen am 26.12. deutlich, bei dem Rogosin und Ministerpräsident Wladimir Putin die Rogosin übertragenen Verantwortlichkeiten besprachen. Putin betonte dabei die Notwendigkeit, die jüngste Reihe von Unfällen, einschließlich des fehlgeschlagenen Starts des Kommunikationssatelliten Meridian am 23.12. genau zu untersuchen und Lösungen vorzuschlagen.

Rogosin erklärte, er werde schon bald Vorschläge „für eine Wiedergeburt der Verteidigungsindustrie“ präsentieren. Diese müsse industriell erneuert werden, denn „einer der wichtigsten Aspekte“ sei, daß sie als „Lokomotive für die gesamte russische Wirtschaft dienen“ solle. Zur verheerende Lage bezüglich der Arbeitskräfte im Raumfahrtsektor, die von erfahrenen Kosmonauten und dem Direktor der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos Wladimir Popowkin in Zusammenhang mit den fehlgeschlagenen Raketenstarts als wichtige Ursache für die Probleme genannt worden waren, bekundete er seine Absicht, „moralische und materielle Anreize“ zu schaffen, um diesen Sektor für junge Leute und erfahrenes Personal attraktiv zu machen.

Nach der Ernennung Rogosins verbreitete sich im russischen Internet ein von ihm selbst in einen Blog eingestelltes Video einer Rede, die er im November vor Angehörigen der Luftstreitkräfte in der für die Öffentlichkeit gesperrten Stadt Krasnosnamensk gehalten hatte. Darin ging es um seine Verhandlungen über die Raketenabwehrsysteme der NATO. In einer interessanten Anspielung auf die britische Geopolitik sagte Rogosin, die NATO halte sich „weiterhin an die von NATO-Generalsekretär Lord Ismay aufgestellten Prinzipien…: ’Die Russen draußen halten, die Amerikaner drinnen und die Deutschen am Boden.’… Sie gehen davon aus, dass die Deutschen immer wieder zu einer Kraft werden könnten, die Europa um sich herum konsolidieren würde.“

Außerdem warf er der NATO vor, ihre neuen osteuropäischen Mitglieder wie Rumänien, wo die Raketenabwehrsysteme aufgestellt werden, auszubeuten. „Wir haben die Übereinkunft, die Amerikaner und Rumänen unterzeichnet haben, genaustens überprüft.,“ sagte er. „Die Rumänen mögen glauben, dass sie wichtige Betreiber von Abfangraketen sind, doch selbst der Kommandeur der Basis, ein Angehöriger des rumänischen Militärs, ist nur berechtigt, die Eingangshalle zu betreten.“ Rogosin sagte, durch die einseitige Stationierung der Raketenabwehr seien die Europäer „Geiseln und Zielscheiben eines Vergeltungsangriffs“ geworden.

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