Die feudalistische Absicht hinter dem Antrieb zur sofortigen Ratifizierung des EU-Reformvertrags in allen 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union trat in Äußerungen des gegenwärtigen italienischen Innenministers Giuliano Amato in einem Interview von 2000 deutlich zutage.
In einem Interview mit La Stampa am 12. Juli 2000 hatte Amato ausgeführt, wie sehr England und das Mittelalter seine Vorbilder seien: „Deshalb ziehe ich es vor, langsam vorzugehen und die Souveränität Stück für Stück zu zerbrechen, und dabei plötzliche Übergänge von den nationalen zu Befugnissen des Bundes zu vermeiden… Und warum sollten wir nicht in die Zeit vor Hobbes zurückgehen? Das Mittelalter hatte eine viel reichere Humanität und eine Diversität der Identität, die ein Vorbild sein kann. Das Mittelalter ist schön; es kann politische Entscheidungszentren haben, ohne sich ganz von einem abhängig zu machen. Es ist jenseits der Grenzen des Nationalstaats. Heute wie damals treten in unserer Gesellschaft wieder Nomaden auf. Heute wie damals gibt es Mächte ohne Territorium. Ohne Souveränitäten werden wir keinen Totalitarismus haben. Demokratie braucht keinen Souverän."