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Warum führt China in vielen Hochtechnologie-Bereichen und was kann Deutschland davon lernen?

Unter Wissenschaftlern herrscht ein Konsens darüber, daß China in kritischen Bereichen der Wissenschaft und Technologie schneller voranschreitet als andere Länder. Das renommierte Magazin Nature hat relevante Zahlen dazu veröffentlicht, und auch in der Nationalen Akademie der Wissenschaften der USA ist sich die Mehrheit darin einig. Das Weiße Haus gibt zwar alle möglichen Erklärungen ab, daß Amerika in Bereichen wie Raumfahrt, KI und Quantencomputer nach wie vor führend sei, aber die Fakten sprechen eine andere Sprache.

Natürlich verfügt China mit seinen 1,5 Milliarden Einwohnern über ein großes Potential an Humanressourcen. Aber der Schlüssel zu seinem Erfolg ist die von der Regierung vorangetriebene Mobilisierung für wissenschaftliche Innovation, die im aktuellen Fünfjahresplan betont wird.

Im Nuklearsektor ist das Land hinsichtlich der Anzahl der gebauten und geplanten Kernreaktoren dem Westen weit voraus. Rußland bleibt zwar der größte Produzent von Kernkraftwerken und hat das größte Spektrum an Kerntechnologien, doch China profitiert von der engen Zusammenarbeit mit Rußland in diesem Bereich. Für die Kernfusion (die „künstliche Sonne”) haben die Chinesen ein detailliertes Programm zur Realisierung eines kommerziellen Reaktors bis Anfang der 30er Jahre, ihr neuester BEST-Reaktor in Hefei soll spätestens 2030 Nettoenergie erzeugen (eine Glühbirne antreiben).

In der Raumfahrt bereiten sich die Chinesen, ebenfalls in Zusammenarbeit mit Rußland, darauf vor, in den 2030er Jahren eine Forschungsstation auf dem Mond zu errichten. Die Erfahrungen beim Bau ihrer eigenen Raumstation und bei der Landung auf der Rückseite des Mondes (als einziges Land der Welt) sowie dem erfolgreichen Transport von Bodenproben von der Vorder- und Rückseite des Mondes zur Erde liefern ihnen das technische Know-how, um dieses Ziel in kurzer Zeit zu erreichen. Wissenschaftler haben auch schon Pläne für den Mars und betreiben große astronomische Forschungsprogramme.

In den Bereichen Quantencomputer und Quantenkommunikation sowie Robotik und KI hat China große Fortschritte erzielt. Der Index von Nature zeigt, daß Chinas Vorsprung in Chemie, Physik sowie Erd- und Umweltwissenschaften besonders ausgeprägt ist, gleichzeitig verringert sich der Abstand zu den USA in der Biotechnologie.

China verfügt bereits über 20 Millionen Wissenschaftler und Ingenieure, und in diesem Jahr werden voraussichtlich weitere 5 Millionen hinzukommen. Damit ausreichend qualifizierte Arbeitskräfte vorhanden sind, wird nun auch mehr Wert auf die berufliche Bildung gelegt. Ein Berufsabschluß hat jetzt den gleichen Status wie ein Hochschulabschluß, was die Bedeutung dieser Qualifikationen für die Gesellschaft unterstreicht.

Chinas Erfolg ist das Ergebnis eines klaren Kurses der Zentralregierung, die auch zur Bereitstellung der notwendigen Finanzmittel beiträgt. Private Unternehmen und Initiativen gelten als Schlüssel zur Innovation, aber wichtige grundsätzliche Entscheidungen werden nicht den „Unternehmern” oder den Launen des „freien Marktes” oder gar Spekulanten überlassen. Der Ansatz ähnelt auffallend den Methoden, mit denen in der Vergangenheit in Europa und Amerika wohlhabende Volkswirtschaften aufgebaut wurden. Es liegt auf der Hand, daß westliche Länder heute viel mehr davon profitieren, mit China zusammenzuarbeiten - nicht zuletzt bei der Entwicklung der übrigen Welt -, als ständig zu versuchen, überall den Fortschritt zu behindern.

Quelle: eirna.de

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