G-20 Finanzminister: Weiter in den Abgrund wie bisher?

16.03.2009
G-20 Finanzminister: Weiter in den Abgrund wie bisher? admin 16.03.2009

In der Londoner Abschlusserklärung des Treffens der G-20 Finanzminister wurde großspurig erklärt, man sei "vorbereitet, alles zu tun, was auch immer notwendig ist", um die globale Finanzkrise zu lösen, um dann gleich hinterher zu schieben, dass es keine grundlegenden Änderungen im gegenwärtigen System geben werde. An dem System, dass zu dieser Krise geführt hat, soll also nichts geändert werden. Das hört sich nicht gerade nach einem überzeugenden Ansatz an.

"Wir verpflichten uns, jede Form des Protektionismus zu bekämpfen und freien Handel und  Investitionen zu schützen," heißt es zu Beginn der Erklärung. Folgte man dem tatsächlich, so wäre das nur eine Bestätigung der Politik der Globalisierung und des Freihandels, die ja zu dem unkontrollierbaren Krebsgeschwür der Derivatspekulation, die jetzt unseren Planeten ruiniert, geführt hat.

Dann heißt es, "oberste Priorität" solle die Rettung des Berges unbezahlbarer wertloser Papiere haben, um den "Kreditfluss" wiederherzustellen – auch zwei nicht miteinander zu vereinbarende Zielsetzungen. Und es sollen "… gemeinsame Rahmenbedingungen, um mit den betroffenen Papiere umzugehen" geschaffen werden.  Außerdem ruft die Erklärung zu einer Stärkung des Internationalen Währungsfonds auf, der ebenfalls Teil des Problems ist. Dies soll durch zusätzliche Mittel und eine verbesserte Überwachung geschehen.

Trotzdem gibt es offenbar in London – berechtigte – Sorgen, ob der G-20 Gipfel von den Teilnehmern überhaupt ernst genommen wird. Die Londoner Sunday Times warnte z.B. am 15.3. unter der Überschrift "Was der Gipfel von den 1930ern lernen muss," dass es wie die Londoner Wirtschaftskonferenz im Juni 1933 enden könnte. Damals blieb Franklin Roosevelt bewusst fern, womit die Konferenz bedeutungslos wurde.

 

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