Gasproms „Mattei“-Ansatz zur Entwicklung Afrikas läßt London ausflippen

06.01.2008
Gasproms „Mattei“-Ansatz zur Entwicklung Afrikas läßt London ausflippen admin 06.01.2008

Als erstes hatte China es gewagt, die anglo-holländische Politik herauszufordern, nach welcher ganz Afrika dem Sterben überlassen werden soll. Nun kommt auch Rußland Afrika zu Hilfe. So reflektiert ein hysterischer Artikel in der Financial Times unter dem Titel "Gasprom plant in Afrika das Gas abzugreifen" die Panik des britischen Empire darüber, daß die anglo-holländische Kontrolle über Afrikas Rohstoffe gebrochen werden kann.

Grund für die Aufregung ist, daß Gasprom Nigeria ein besseres Angebot zur Entwicklung seiner Enegieresourcen gemacht hat als Royal Dutch Shell, Chevron und ExxonMobil, die diesen Markt beherrschten. Gasprom bietet an, die Infrastruktur zur Ausbeutung von Erdgas zu entwickeln, während Firmen, die es auf das Abpumpen von Erdöl abgesehen haben, derlei Entwicklungsprojekte normalerweise vernachlässigen.

"Was Gasprom vorschlägt, ist umwerfend", sagte ein nigerianischer Vertreter der Financial Times. "Sie benutzen starke Worte. Der Westen habe uns während der letzten 50 Jahre ausgenutzt. Sie bieten uns nun ein besseres Geschäft an und sind bereit, die Chinesen, Inder und Amerikaner auszustechen." Anscheinend umfaßt das Gasprom-Angebot den Bau von Anlagen zur Verflüssigung von Erdgas, wofür es in Europa einen Absatzmarkt gibt. Man verspricht auch, dabei zu helfen, die "chronische Energieknappheit zu beenden, die das Wachstum im Lande untergräbt". Nigerianische Vertreter "sprechen enthusiastisch über die Vorstellung, mit den Russen zusammenzuarbeiten". Auch von russischer Seite sehe man, daß westliche Firmen jahrzehntelang von nigerianischem Erdöl profitierten, ohne Nigeria ausreichend an den Gewinnen zu beteiligen.

Der Ansatz Gasproms ähnelt dem revolutionären Vorgehen des italienischen Industrialisten Enrico Mattei, dem Gründer des Erdölunternehmens ENI. Mattei hatte während der 50er Jahre Panik unter den anglo-holländischen Kolonialisten ausgelöst, als er afrikanischen Ländern die gemeinsame Entwicklung von Rohstoffen und Technologie, sowie Dividenden und Ausbildung angeboten hatte. Er wurde 1962 ermordet.

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