Geld drucken, um die Londoner City zu retten?

09.12.2008
Geld drucken, um die Londoner City zu retten? admin 09.12.2008

Der in den letzten Tagen immer stärker werdende Ruf nach einer "nuklearen Option" in Großbritannien, ist Resultat der immer schneller voranschreitenden Desintegration des anglo-holländischen liberalen Globalisierungsystems mit seinem Zentrum in der City of London.

Schon Gordon Browns Vorschlag der Bankenrettung um jeden Preis (von ihm fälschlicherweise als Neues Bretton Woods bezeichnet), war nur dazu gedacht, die City und die bankrotten Hedgefonds zu "retten". Da abzusehen ist, daß auch die immer neuen Zinssenkungen das System nicht retten können, sollen jetzt die Zentralbanken Geld drucken, damit direkt in den Markt intervenieren und alle möglichen Papiere, auch Staatsanleihen aufkaufen. Technisch wird diese Option der Bank of England als "quantitative Lockerung" bezeichnet.

"In Großbritannien ist die Sorge über die sich schnell ausweitende Rezession weit größer als in Deutschland. Der Druck auf die Notenbank, das Finanzministerium und die Banken ist daher noch stärker als in Deutschland, der Rezession entgegenzuwirken", schrieb die FAZ am 6.12., als sie über die in England offen diskutierten nächsten Optionen der Bank of England berichteten. 

Ein von nackter Panik ergriffener Ambrose Evans-Pritchard schrieb am 7. Dezember im Sunday Telegraph: "Wir sind jenseits aller Extreme der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts. Die Front der monetären Politik ist schon so weit an ihre Grenzen gedrückt worden, daß man jetzt die Brauchbarkeit von Papierwährungen und moderner Zentralbankpolitik testen muß." Dann zitiert er aus einer Rede von Federal Reserve Chef Ben Bernanke, die dieser vor sechs Jahren gehalten hatte: "Die Regierung der USA verfügt über eine  Technologie, die man die Druckerpresse nennt, und die es ihr erlaubt, so viele Dollarnoten zu drucken, wie sie nur immer will und das fast ohne Kosten."

Evans-Pritchard weiter: "Letzte Woche begann die Federal Reserve, Geld zu drucken, um Hypothekenschulden direkt aufzukaufen… somit ist Bernankes Vorschlag von damals fast wörtlich Praxis geworden. Die  Belebung der Konjunktur in so maßloser Weise kann ‚funktionieren‘, da gibt es keinen Zweifel. Aber was ist am Ende die Ausstiegsstrategie? Diese Politik läßt einen See von Geld zurück. Das Risiko ist, daß, wenn das Geld das System erstmal geflutet hat und die Kreditpumpen geöffnet sind, die Wirtschaft abrupt von einer Deflation in eine Hyperinflation wechseln könnte." Aber das macht dann auch nichts, meint Evans-Pritchard: "Je eher die Bank von England ihr Regelbuch zerreißt und der Regieanweisung von Bernanke folgt, desto eher haben wir die Chance, einen Absturz zu vermeiden."

Es ist an der Zeit, diesen Wahnsinn zu stoppen und ein geordnetes Konkursverfahren der bankrotten Finanzwelt in Gang zu setzen. Sonst zahlt die Mehrheit der Weltbevölkerung nicht nur mit ihren Ersparnissen, sondern auch mit dem Leben.

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