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Gen. Kujat: Wer die Ukraine retten will, muß mit Rußland verhandeln

General a.D. Harald Kujat, der angesehene ehemalige Vorsitzende des NATO-Militärausschusses (2002-05) und frühere Generalinspekteur der Bundeswehr (2000-05), zeigte sich in einem Interview mit der Preußischen Allgemeinen Zeitung vom 2. Mai enttäuscht darüber, dass Bundeskanzler Olaf Scholz während seiner China-Reise vom 16. bis 18. April den Friedensplan für die Ukraine vom 24. Februar 2023 nicht unterstützt hat. Vor dem Besuch von Bundeskanzler Olaf Scholz in China hatten Hajo Funke, Harald Kujat, Peter Brandt und Michael von der Schulenburg am 11.4. die Bundesregierung aufgerufen, diesen Besuch für die Völkerverständigung zu nutzen. Kujat sagte im Interview: „Wir hatten gehofft, dass der Kanzler den chinesischen Vorstoß von vor einem Jahr aufnimmt und Peking bei dieser Initiative unterstützt.“

Ferner erklärte Harald Kujat: „In der Europäischen Union und in der NATO sollte der Bundeskanzler die Initiative ergreifen und einen vernünftigen Interessenausgleich zwischen den Kriegsparteien anstreben, der letztlich auch unseren Interessen und denen aller Europäer dient. Die Zeit drängt. Eine katastrophale militärische Niederlage der Ukraine kann nur verhindert werden, wenn die Kampfhandlungen möglichst bald eingestellt werden und es zu Friedensverhandlungen zwischen den beiden kriegführenden Staaten kommt. Wer die Ukraine retten will, muss diesen Weg entschlossen und unbeirrbar gehen.

Denn wenn man die Lage unvoreingenommen betrachtet, wird man schnell feststellen, dass es nur einen Weg für das Überleben der Ukraine und für eine Zukunft des ukrainischen Volkes gibt – und der besteht darin, diesen Krieg schnellstmöglich durch eine politische Lösung zu beenden. Wer jedoch auf dem bisherigen Weg weitergehen will muss wissen, dass er sich eine unverantwortbar große Schuld auflädt. Und er sollte bereit sein, dem ukrainischen Volk zu sagen, welche weiteren Verluste an Menschenleben und welches Ausmaß an Zerstörungen des Landes er ihnen für das Erreichen politischer Ziele zumutet, die nicht erreichbar sind.“

An anderer Stelle in dem inhaltsreichen Interview sagte Gen. Kujat: "...Und noch etwas: Ich finde es für die politische Führung der Europäischen Union höchst blamabel, dass sich eine Gruppe afrikanischer Präsidenten und Regierungschefs für ein Ende des Ukrainekrieges und für Friedensverhandlungen einsetzt, während Brüssel alles unternimmt, damit der Krieg so lange wie möglich fortgesetzt wird. 2012 hat die EU den Friedensnobelpreis für ihren Beitrag „zur Förderung von Frieden und Versöhnung, Demokratie und Menschenrechten in Europa“ erhalten. Angesichts der zunehmend kritischen Lage der Ukraine und des nachlassenden Engagements der USA ist die Europäische Union gefordert, den Frieden auf unserem Kontinent im ureigensten Interesse der Europäer zu fördern und damit zu bestätigen, dass sie den Friedensnobelpreis zu Recht erhalten hat. Es ist eine Frage der Selbstbehauptung Europas, ob die Europäer bereit und in der Lage sind, eigene Verantwortung für Frieden auf unserem Kontinent zu übernehmen. ..."

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