Akademiemitglied Sergej Glasjew, ein Berater Präsident Putins, hat einen seit dem 25.4. in Rußland intensiv diskutierten Plan vorgelegt, wie man angesichts der US- und EU-Sanktionen die russische Wirtschaft schützen kann. Glasjew hat das Finanzministerium in einem Brief darum gebeten, seinen Vorschlag im Nationalen Finanzrat zu beraten. Wie die Finanzzeitung Wedomosti meldete, hat Minister Siluanow verschiedene Abteilungen damit beauftragt, Reaktionen auszuarbeiten.
Akademiemitglied Sergej Glasjew, ein Berater Präsident Putins, hat einen seit dem 25.4. in Rußland intensiv diskutierten Plan vorgelegt, wie man angesichts der US- und EU-Sanktionen die russische Wirtschaft schützen kann. Glasjew hat das Finanzministerium in einem Brief darum gebeten, seinen Vorschlag im Nationalen Finanzrat zu beraten. Wie die Finanzzeitung Wedomosti meldete, hat Minister Siluanow verschiedene Abteilungen damit beauftragt, Reaktionen auszuarbeiten.
Das revolutionärste Element des Planes besteht darin, die Finanzierung an den internationalen Finanzmärkten durch ein nationales Kreditsystem abzulösen. Die Zentralbank soll über die große staatliche VEB-Bank Anleihen auflegen, damit russische Unternehmen Auslandskredite durch Rubel-Kredite ersetzen können. Seit mehreren Wochen können russische Firmen ihre Auslandskredite nicht mehr refinanzieren.
Der Zeitung Moskowskij Komsomolez zufolge hat Glasjew diese und weitere Quellen für „langfristigen und kostengünstigen Kredit“ am 24.4. in Zusammenarbeit mit der von Putin besonders geförderten Unternehmergruppe „Business Russia“ ausgewählt. Er sagte der Gruppe, das Ziel sei es, den im Inland verfügbaren Kredit zu verdoppeln oder zu verdreifachen, indem die Zentralbank Gelder für realwirtschaftliche Investitionen von Unternehmen in das Bankensystem gibt.
Weitere Vorschläge in Glasjews Plan dienen der „Ent-Dollarisierung“ angesichts der westlichen Sanktionen. Dies umfaßt den Transfer russischer Guthaben und Dollarkonten auf Banken in neutralen Ländern außerhalb der NATO, den Verkauf von Anleihen von NATO-Ländern im öffentlichen Besitz, Beschränkungen des Devisengeschäfts russischer Banken, insbesondere dem ohne Bezug zur Realwirtschaft, u.ä. Außerdem sollen strategisch wichtige Unternehmen ihren Sitz aus Steuerparadiesen nach Rußland verlegen und der finanzielle Austausch in der eurasischen Zollunion soll auf nationale Währungen umgestellt werden. Glasjew schlägt Devisen- und Kreditswaps mit China vor, um die Finanzierung wesentlicher Handelsbereiche sicherzustellen.
Sergej Glasjew wirbt seit 20 Jahren dafür, die Methoden der Nationalökonomie aufzugreifen und mit dirigistischen Methoden sicherzustellen, daß sich die Realwirtschaft und die Produktivität der Volkswirtschaft entwickeln kann. U.a. veranstaltete er im Juni 2001 in der Staatsduma Anhörungen über den Schutz der Volkswirtschaft unter Bedingungen einer Weltfinanzkrise, bei denen der US-Ökonom Lyndon LaRouche der wichtigste ausländische Gastredner war.