Eine Woche vor der Vereidigung des neuen russischen Präsidenten gab der bekannte Ökonom Sergej Glasjew der Nationalen Wochenzeitung Zavtra ein Interview mit dem Titel: "Zehn Schritte, um die Krise zu meistern". Der stellvertretenden Chefredakteur Alexander Nagornij, der das Interview führte, hob hervor, daß "Glasjew und eine Anzahl wohlbekannter Wirtschaftswissenschaftler unseres Landes und der Welt, einschließlich Lyndon LaRouche" schon lange darüber sprachen, daß ein Zusammenbruch der "globalen Finanzpyramide" unvermeidbar sei. Glasjew verwies auf die Tatsache, daß Rußland bereits 30 Mrd. Dollar verloren habe, weil es seine nationalen Reserven dazu benutzte, den sinkenden Dollar zu stützen. "Wenn die Chefs von Zentralbank und Regierung den Forderungen der parlamentarischen Anhörungen vor sieben Jahren zugehört hätten, hätten diese Verluste vermieden werden können."
Die Anhörungen, auf die sich Glasjew bezog, wurden von ihm im Juni 2001 in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses der Staatsduma einberufen und hatten "Maßnahmen um die Volkswirtschaft unter Bedingungen einer globalen Finanzkrise zu schützen" zum Thema. Einer der Hauptredner war damals der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Lyndon LaRouche. Unter den weiteren Sprechern befanden sich das inzwischen verstorbene Akademiemitglied Dmitri S. Lwow, die Wirtschaftswissenschaftler Andrej Kobjakow und Tatjana Korjagina, sowie die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche. (siehe [url:“http://larouchepub.com/eirtoc/2001/eirtoc_2826.html] EIR 6. Juli[/url] und [url:“http://larouchepub.com/eirtoc/2001/eirtoc_2827.html]EIR 20. Juli 2001[/url])
Glasjew, der im letzten Jahr nicht mehr bei den Dumawahlen kandidierte, ist gegenwärtig Direktor des Nationalen Entwicklungsinstituts der Akademie der Wissenschaften. Daneben leitet er die Handelsunion der eurasischen Sicherheitsgemeinschaft, die von Rußland, Weißrußland, Kasachstan, Kirgisien und Tadschikistan gebildet wird. In einer Medienumfrage wurde er vor kurzem als der meist zitierte russische Wirtschaftswissenschaftler im Jahr 2007 ermittelt.
In seinem Dialog mit Nagornij analysierte Glasjew die inflationäre Gelddruckpolitik der Federal Reserve: "Dieser Prozeß beschleunigt sich wie eine Schneelawine. … Er begann 1971 als die US-Führung den Austausch des Dollars in Gold stoppte, womit die weltweiten Finanzbeziehungen, die bis zu dieser Zeit existiert hatten, zerstört wurden." Genauso identifizierte er die Plünderung Rußlands und der GUS durch die "Schocktherapie" in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts als die Art und Weise, wie die "Dollarfinanzpyramide" bis ins 21. Jahrhundert am Leben erhalten wurde. Aber jetzt, fügte er hinzu, "sind die Möglichkeiten einer politischen Erpressung Rußlands erschöpft." Glasjews zehn Schritte richten ein Schlaglicht auf die in Rußland populär gewordene Auffassung, die sowohl von dem scheidenden Präsidenten Wladimir Putin als auch von dem neuen Präsidenten Dmitri Medwedjew geteilt wird, daß nämlich der Rubel durch seine Verbreitung innerhalb der GUS und in Eurasien in eine "Weltwährung" verwandelt werde und auch im Handel mit führenden Partnern andere Währungen als der Dollar zum Einsatz kommen sollten.
Gleichzeitig beziehe der Plan entscheidende Maßnahmen, wie zum Beispiel "die Aktivierung der Staatsentwicklungsinstitutionen, um Kredite für langfristige Investitionen in vielversprechende Bereiche wirtschaftlichen Wachstums bereitzustellen", mit ein. Glasjew schloß mit der Bemerkung, daß, aufbauend auf diese Maßnahmen, "die russische Führung den Übergang zu einer neuen globalen Finanzarchitektur einleiten könnte", die auf den Währungen der Länder mit positiver Handelsbilanz basiere.
Über Helga Zepp-LaRouches Aufruf für eine Neue Bretton-Woods-Konferenz wurde prominent auf Glasjews Website berichtet, als dieser im August 2007 erschien.