Die Einsicht, daß es ohne eine grundlegende Reform des Weltfinanzsystems und der Einführung des Trennbankensystems nicht zu einer Lösung der Weltwirtschaftskrise kommen kann, scheint sich auch unter den protestierenden Jugendlichen zu verbreiten, die seit einer Woche zu Zehntausenden in Spanien auf die Straße gehen. Als Beispiel zitieren wir einen Eintrag, der im NuestraCaraB Blogspot in Valencia veröffentlicht wurde:
„Warum kann man nicht ein Gesetz verabschieden, daß den Banken den Weg vorschreibt. 1933 beschloß der amerikanische Kongreß den Glass-Steagall Act, eine Maßnahme, die die Banken von der Börse separierte und ein Hilfsmittel, um der Großen Depression Herr zu werden. Sie beabsichtigte die Finanzaktivitäten der Banken von den spekulativen Aktionen zu trennen. ….
„Ich weiß nicht, was die Wirkung heute sein würde und ob es überhaupt helfen würde die Probleme in den Griff zu bekommen. Aber ich kann mir gut vorstellen, daß unter solch einem System die Gelder, mit denen die Regierung die Banken gerettet hat, um die Liquidität im Lande zu erhalten und die Bürger zu erweitertem Konsum anzuregen, auch genau dafür benutzt worden wären und nicht, damit die Banken ihre Schulden bezahlen. Die Arbeit „First National City Bank" (1970, pp. 40 – 42) dokumentiert, daß das Glass-Steagall Gesetz verabschiedet wurde, um den spekulativen Mißbrauch der Geschäftsbanken zu stoppen. Wenn man das in der Mitte des letzten Jahrhunderts konnte, warum dann nicht auch heute?
Spekulationen sind heute an der Tagesordnung. Und man kann sehr leicht Geld machen, ohne dafür Arbeit zu leisten. Es gibt bisher nur wenige, die diese Praktiken als ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit bezeichnen."
Bisher sind sich die Demonstranten vor allem über das einig, was sie ablehnen. Erst wenn die Menschen für eine Lösung, eine bessere Zukunft auf die Straße gehen, werden sich die notwendigen Reformen durchsetzen lassen. Die Diskussion um Glass-Steagall ist dafür ein vielversprechender Anfang.