Globale Kostensenkung im Gesundheitswesen – alles andere als NICE

06.06.2009
Globale Kostensenkung im Gesundheitswesen – alles andere als NICE admin 06.06.2009

Das NICE-Institut (National Institute for Health
and Clinical Excellence) wird in Großbritannien dafür angegriffen, daß es entscheidet, mit welchen Methoden und Medikamenten man (nicht)
behandelt wird. NICE hat in den letzten 10 Jahren mit statistischen Methoden und klinischen Praxisrichtlinien eine Kostensenkungspolitik in Großbritannien
durchgeführt, die auch als globale Praxis vermarktet wird.

Jetzt  sollen
die Medicare-Ausgaben (der staatlichen Programme für Rentner) in den USA nach dem britischen Modell ausgerichtet werden. Dort gibt es seit 2003 in mehr als 260 Krankenhäusern Pilotprojekte. Dabei wurden Ärzte und
Institutionen, die sich an die vorgegebenen Richtlinien hielten, nach einem
Bonus-System belohnt („Payment for performance" – Bezahlung nach Leistung, wie
das ganze euphemistisch genannt wird). Wie sich bei „Richtlinien"-Medizin in Massachussetts
zeigte, ist das Ergebnis häufig fatal. Zwei Ärzte aus Massachussetts, Jerome
Groopman und Pamela Hartzband, berichteten darüber am 8. April 2009 im Wall
Street Journal. Sie berichteten, daß Kollegen, die nicht nach den Richtlinien
handeln, öffentlich angegriffen würden. Ihre Patienten müssten dann bis zum
dreifachen aus der eigenen Tasche dafür bezahlen, um sich von ihnen behandeln
lassen zu dürfen. Auch das New England Journal of Medicine hatte im Juni 2008
über eine Studie an 10.000 ambulant behandelten Diabetikern mit Herz-Kreislauferkrankungen
berichtet, bei denen als „standardisiertes" Kriterium vorgegeben worden war, auf jeden Fall „normale" Blutzuckerwerte zu erreichen. Eine Reihe von Patienten in dieser
Gruppe starben und die Studie wurde abgebrochen.

Drs. Groopman and Hartzband wiesen auch auf andere Beispiele
hin, wie die Methode "Bezahlung nach Leistung" die Todesraten steigert. Ärzte würden
unter Druck gesetzt, Patienten fallenzulassen, die schlechte Prognosen aufweisen,
oder deren Krankheiten die Statistiken ruinieren. Diese Praktiken stellte man fest,
als man in Kalifornien 35.000 Ärzte mit 6.2. Millionen Patienten untersuchte,
berichtete die Zeitschrift „Health Affairs". Und Untersuchungen am Brigham and
Women’s Hospital, die im Journal of the American College of Cardiology in
March, 2009, publiziert wurden, hätten darauf hin gewiesen, daß unter diesen
Vorgaben "Kardiologen in Massachussetts dazu gebracht wurden, sehr kranken
Herzpatienten lebensrettende Maßnahmen zu verweigern", aus Angst, "niedrig eingestuft
zu werden", wenn die Maßnahmen nicht richtig anschlügen.

In den USA benennt NICE drei Partner: Das Zentrum für Medizintechnologie-Politik (Center for
Medical Technology Policy), das sich auf eben die „vergleichende
Effektivitätsforschung" konzentriert, die die Verhaltensökonomen der
Obama-Regierung für die Gesundheits"reformen" anwendet.Dieses Zentrum wird bei seinen Projekten laut eigenen
Angaben wesentlich von privaten HMO’s, Versicherungskonzernen und
Pharmaunternehmen finanziert: Aetna, Blue Shield of California Foundation,
California Healthcare Foundation, Johnson & Johnson, Kaiser, the National Pharmaceutical
Council, Pfizer, and United Healthcare Foundation.

– Die Johns Hopkins Bloomberg School of Public
Health. Diese Institution wurde von John D. Rockefeller gegründet
und fungierte historisch als eine Nebenstelle der britischen Eugenikbewegung
und der Bevölkerungskontrolle.Der Leiter der Schule von 1918-1940, Raymond
Pearl, sorgte unter dem Einfluß des britischen Rassenfanatiker Karl Pearson mit dafür,  daß die Eugenikbewegung international im Sinne von Julian Huxley
weitergeführt wurde. Er gründete
die International Union for the Scientific Study of Population Problems. Die
John Hopkins School arbeitete mit der American Eugenics Society und dem Population
Council zusammen.

– RTI International. Diese Firma beherbergt die Datenbasis für das Human
Genome Project. Dort haben viele der Initiativen, die behaupten, das
menschliche Denken sei "genetisch vorherbestimmt", ihren Ursprung.

Letztes Jahr wurde auch NICE International gegründet,
um „nicht-weissen" Ländern „effektive" Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen zu ermöglichen.

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