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Globale Verschuldung erreicht Rekordhöhe

Eine neue Studie des Institute of International Finance (IIF) berichtet, daß die weltweite Verschuldung einen neuen Höchststand von 307 Billionen Dollar erreicht hat. Dabei sind jedoch die Finanzderivate nicht berücksichtigt, die schätzungsweise das Fünffache dieser Summe ausmachen, so daß sich die gesamten ausstehenden Finanztitel nach Schätzungen der Nachrichtenagentur EIR auf fast 2 Billiarden Dollar belaufen.

In einem Artikel der Financial Times vom 19.9.23 heißt es: „Die Gesamtverschuldung - von Staaten, Unternehmen und Privathaushalten - stieg in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 10 Billionen Dollar auf etwa 307 Billionen Dollar, so das IIF in seinem am Dienstag (19.9.) veröffentlichten Bericht über die globale Verschuldung. Der bisherige Höchststand der weltweiten Verschuldung wurde Anfang 2022 erreicht, bevor die Zentralbanken begannen, die Zinssätze aggressiv anzuheben.“ Über 80% der zusätzlichen Verschuldung in diesen sechs Monaten stammte aus den reichen Ländern, „wobei die USA, Japan, Großbritannien und Frankreich den größten Anstieg verzeichneten“.

Das IIF räumt ein, daß diese Entwicklung viel mit den jüngsten, von der US-Notenbank angestoßenen Zinserhöhungen zu tun hat. Die FT zitiert den Hauptautor des Berichts, Emre Tiftik: „Unsere Sorge ist, daß die Länder immer mehr für Zinsausgaben aufwenden müssen. Das wird langfristige Auswirkungen auf die Finanzierungskosten und die Schuldendynamik der Länder haben.“

Ähnlich warnt Edward Parker, geschäftsführender Direktor bei Fitch Ratings: „Steigende Zinskosten sind ein zentrales Risiko für die öffentlichen Finanzen und die Ratings der Staaten, insbesondere in den entwickelten Märkten.“ Solange die Zinssätze sehr niedrig waren, habe der Schuldendienst nicht zugenommen. „Aber diese Zeit ist vorbei, und die Zinszahlungen steigen jetzt schneller als die Schulden oder die Einnahmen.“

Die FT zitiert auch eine Warnung des IWF (Internationaler Währungsfonds) in der letzten Woche, daß die Regierungen „dringend Maßnahmen ergreifen sollten, um die Anfälligkeit für Schulden zu verringern und den langfristigen Verschuldungstrend umzukehren. Eine Verringerung der Schuldenlast wird fiskalischen Spielraum schaffen und neue Investitionen ermöglichen, was das Wirtschaftswachstum in den kommenden Jahren fördern wird.“

Das ist allerdings die typische Inkompetenz des IWF, der seit Jahren immer das gleiche Rezept verordnet, ohne je einen langfristigen Erfolg verbucht zu haben. Denn das Problem sind nicht Schulden an sich, sondern die unproduktiven Schulden, die Volkswirtschaften auszehren ohne bleibende Werte zu schaffen. Im Rahmen und in der Logik des jetzigen Dollar-dominierten Weltfinanzsystems gibt es keine Lösung, egal ob die Zinsen erhöht oder gesenkt werden. Erst wenn die Derivateblase mit Hilfe des Trennbankensystems zum Implodieren gebracht wird, ohne die Realwirtschaft in Mitleidenschaft zu ziehen und zusätzlich langfristige Niedrigzinskredite für die Ausweitung der produktiven Beschäftigung zur Verfügung gestellt werden, kann das jetzige Dilemma gelöst werden.

Die OECD zeigt sich auch nicht klüger als der IWF: Trotz der katastrophalen Folgen der hohen Zinsen für die Realwirtschaft fordert sie in einem neuen Bericht die westlichen Zentralbanken auf, die Zinssätze nicht zu senken. Und daran hat sich der Offenmarktausschuss der Federal Reserve in den USA am 20.9. gehalten.

Siehe auch: DIE WISSENSCHAFT DER PHYSISCHEN ÖKONOMIE

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