Große Verluste in der Hedgefond-Welt

15.08.2007
Große Verluste in der Hedgefond-Welt admin 15.08.2007

Die Liste der in Not geratenen, wenn nicht gar bankrotten Hedgefonds wächst weiter an. Die australische Basis Capital Fund Management Ltd. teilte ihren Investoren mit, einer ihrer Hedgefonds könne wegen der US-Immobilienkrise 80% seines Wertes verloren haben. Erst vor einem Monat hieß es, die Verluste beliefen sich auf 50%.

Das weltgrößte Hedgefondsunternehmen, die Man Group in London, gab bekannt, daß sein Flaggschiff, der AHL Diversified Futures Fund, die dritte Woche in Folge gefallen ist, am Dienstag um 2.06%, und um 9% in den letzten drei Wochen. AHL war der gewinnträchtigste Fond der Man Group. Die Aktien von Man haben im letzten Monat 31% ihres Wertes verloren.

Die riesige AQR Fondgruppe aus Greenwich (US-Staat Connecticut), die Anfang 2007 Wertpapiere in der Höhe von 10 Milliarden betreute, räumte am 14. August Verluste von 20% ein und versucht nun eine "Rekapitalisierung" mit 1 Milliarde $, vergleichbar mit den kürzlich gescheiterten Bemühungen bei Goldman Sachs and Bear Stearns.

Da man verzweifelt versucht, beim Hedgefonds Global Equity Opportunities die vorhandenen Investoren beizubehalten und neue hinzuzugewinnen, strich Goldman Sachs für neue Investoren die Managementgebühren, die sonst eine wichtige Einkommensquelle der Bank darstellen. Letzte Woche wurde erklärt, dieser Fond habe 28% seines Wertes verloren, was Goldman Sachs dazu zwang, 2 Milliarden seines eigenen Vermögens hineinzupumpen, und Hank Greenberg von AIG und den Milliardär Eli Broad dazu zu bewegen, eine weitere Milliarde dazuzuschießen.

Ein weiterer Hedgefondsmanager in London, Mulvaney Capital Management Global Diversified Program, der 169 Millionen $ verwaltete, verlor in diesem Monat 16.89%.

Der Zusammenbruch der Aktien des ebenfalls in London angesiedelten britischen Immobilienkreditgebers Northern Rock setzte sich weiter fort. Er verschafft sich Geld für Immobilienkredite auf dem Großkapitalmarkt, der jetzt eingefroren ist. Die Aktie fiel im Juni um 12%, und seitdem um weitere 13%.

Islands Kaupthing Bank hatfür drei Milliarden Euro die Niederländische NIBC Holding gekauft, nachdem NIBC riesige Verluste bei ihren Wertpapieren aus dem zweitklassigen Immobilienmarkt angekündigt hatte. Der Verkauf erfolgte, nachdem J.C. Flowers & Co. die Immobilienbesicherten Anleihen von NIBC übernommen hatte. Warum Flowers dieses wertlose Immobilien-Portfolio aufgekauft hat, ist bislang unbekannt.

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