Hedgefonds stürzen sich auf Rohstoffe

15.10.2007
Hedgefonds stürzen sich auf Rohstoffe admin 15.10.2007

Ein Artikel auf www.bullionvault.com beschreibt eindrucksvoll, wie sich Hedgefonds mittlerweile in die Rohstoffspekulation stürzen. Sie erzeugen jede Menge neuer Derivatinstrumente und kochen damit Inflation im "70er Jahre Stil oder schlimmer" auf.

"Wall Street und die City [of London] überschlagen sich dabei, in die Rohstoffmärkte zu kommen… Diejenigen, welche die US-Immobilienblase aufbaut haben, widmen ihre Finanzfingerfertigkeit dem in-die-Höhe-Treiben der Rohstoffpreise. Daher auch die Komplexität der neuesten Angebote bei Rohstoffen. Man kann in Kürze am Abendbrotstisch mit einer netten Inflationsbeilage rechnen!"

"Wenn unbegrenzter Geldnachschub über steigende Nachfrage nach begrenzten Rohstoffprodukten wie Gas, Kupfer, Sojabohnen und Kakao hereinbricht, dann gibt es mit Sicherheit eine Preisinflation, die ebenso brutal ist, wie die monetäre Inflation, die ihr vorausging. Dazu noch eine Wand von Geld aus Wall Street, der Londoner City, Frankfurt, Paris und Tokyo – alle suchen nach Wachstumsmärkten, um die ach-so-gewinnsicheren Glücksspiele bei Hypothekengeschäften und -krediten ersetzen zu können – und der Preisanstieg von grundlegenden Rohstoffen wird sich nur noch beschleunigen. Dazu noch etwas Elfenstaub und einen Schuß finanzieller Hebelwirkung und, voila! Inflation à la 70er Jahre Rezept – oder noch schlimmer."

"Eine Armee von Experten für strukturierte Kredite studiert derartige Produkte wie Collateralized Commodity Obligations, CCOs, die an die Performance eines Portfolios gebunden sind, das auf Rohstoffen wie Edelmetallen oder auch Energiepreisen aufbaut, berichtet Reuters. Bei einem CCO wird eine Absicherung auf ein zugrundeliegendes Rohstoffportfolio an eine andere Partei verkauft: das nennt sich dann Trigger Swap Agreement. Um die dabei involvierten Schulden des Swaps zu finanzieren, verkauft der Emittent Papiere in der Größenordnung der verkauften Absicherung, so Fitch Ratings. Gewinne aus den Papieren dienen dann als Sicherheit für den Emittenten des Swaps, bis er ausläuft. Wenn das dann soweit ist, liquidiert der Emittent die verbleibenden Anlagen und gibt die Gewinne an die Besitzer der Papiere."

"Und nun? Ich schätze mal – und gebe gerne zu, daß es nur geraten ist – daß der Reuters Journalist und mit großer Wahrscheinlichkeit das Gros der Investoren, die im Begriff sind, sich auf diese CCOs zu werfen, auch keine Ahnung haben, worum es sich bei diesen Produkten handelt. Alles was sie zu sehen imstande sind, ist ein steter Strom potentiellen Einkommens, gesetzt den Fall, daß die CCOs bei Fälligkeit tatsächlich etwas abwerfen.

Mit anderen Worten, Anleihenmanager und Händler festverzinslicher Anlagen, die es beim Kollaps der hypothekengedeckten Schulden voll erwischt hat, können sich jetzt Rohstoffe in ihre Portfolios schreiben – gerade zur rechten Zeit, als die dank Geldüberfluß und massiven Finanzkäufen außer Kontrolle geratene Inflation mit voller Wucht eintrifft. Die Zauberkraft der Finanzwirtschaft hat brauchbare Rohstoffe in einen Einkommensstrom verwandelt … ohne sich die Mühe zu machen, sie aus der Erde zu fördern oder auf Feldern anzubauen."

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