Hillary Clinton zeigte mit ihrem eindrucksvollen Abschneiden bei den demokratischen Vorwahlen in West Virginia am 13. Mai, daß sie immer noch die Nominierung gewinnen kann. Sie erzielte 67% der Stimmen, Barack Obamas nur 26%. Lyndon LaRouche nannte dies das wichtigste weltgeschichtliche Ereignis im letzten Monat. Nachdem das Ausmaß des Sieges bekannt wurde, sprach Clinton vor ihren Anhängern:
"Das Rennen ist also noch nicht vorbei. Keiner von uns beiden hat die für einen Sieg notwendige Gesamtzahl an Delegierten erhalten und sowohl Senator Obama und ich glauben, daß die Delegierten aus Florida und Michigan nicht aus dem Parteikongreß ausgeschlossen werden sollten. Ich denke, daß die Stimmen von den 2,3 Millionen Wählern in jenen Staaten geachtet, und ihre Delegierten beim Parteitag vertreten sein sollten. Nach den Regeln unserer Partei, wenn alle 50 Bundesstaaten einbezogen werden, braucht man 2.209 Delegierte um die Nominierung zu gewinnen und keiner von uns beiden hat diese Schwelle bisher erreicht. Dieser Sieg in West Virginia wird mich noch näher ans Ziel bringen.
Es ist immer leicht, mitten in einer Kampagne von der Meinungsmache, den Umfragen oder der Spekulation hingerissen zu werden. Wir dürfen uns aber nie von den wirklich wichtigen Dingen abbringen lassen. Deshalb legen wir alle soviel Wert darauf, wer in unserem politischen System gewinnt oder verliert. Die demokratischen Wähler in den kommenden Vorwahlen und auch die Delegierten beim Parteitag müssen eine enorm wichtige Entscheidung treffen. Und ich will, in Anbetracht unseres großen Sieges hier in West Virginia, an alle noch Unentschlossene eine Botschaft senden.
Ich nehme an diesem Rennen teil weil ich mich für die beste Kandidatin halte, die stärkste Kandidatin unserer Partei bei den Wahlen im November und um als starke Präsidentin ab Januar 2009 unser Land zu führen. Wenn ihr es wollt, kann ich diese Nominierung gewinnen und ich kann diese Partei in den kommenden Wahlen zum Sieg führen….
Ihr müßt entscheiden und ich beneide euch nicht. Ich verehre Senator Obama zutiefst, aber ich glaube daß unsere Sache stärker ist. Dazu hat West Virginia beigetragen. Zusammen haben wir Millionen über Millionen von Stimmen gewonnen – bis der Abend vorbei ist werden es wahrscheinlich an die 17 Millionen sein. Wir haben diese Stimmen in Bundesstaaten gewonnen, die es gilt im November zu gewinnen: Pennsylvania und Ohio, Arkansas und New Hampshire, New Jersey, New Mexico, Nevada, Michigan, Florida und jetzt West Virginia. Fakt ist, daß seit 1916 kein Demokrat ins Weiße Haus eingezogen ist, ohne in West Virginia gewonnen zu haben.
Unterm Strich ist es so: das Weiße Haus wird in den swing states (Bundesstaaten mit großem Anteil an Wechselwählern) gewonnen und ich gewinne in den swing states
. Und das haben wir geschafft, weil wir uns für die wichtigsten Prinzipien unserer Partei eingesetzt haben, mit einer Vision, daß Amerika wieder produktive Arbeit belohnt, die Mittelschicht fördert und stärkt …
Mich fragen immer wieder Leute, warum ich mich an diesen Wahlen beteilige. Ich bin wegen der Menschen dabei, für die ich mein ganzes Leben lang gearbeitet habe, und wegen all der Menschen, die ich während der Kampagne kennen lerne; Menschen die jemanden brauchen, der für sie kämpft, weil sie in ihren eigenen tagtäglichen Aufgaben gebunden sind. Es sind die, die lange Fahrten zurücklegen um ihre Unterstützung zu zeigen, die mit selbstgeschriebenen Schildern ankommen, die Geld spenden, auch wenn es ihnen nicht leicht fällt, und die fest und standhaft geblieben sind. In bin für all die Amerikaner im Rennen, die wissen, daß wir unser Land verbessern können – für die Krankenschwester auf ihrer zweiten Schicht, den Arbeiter auf dem Bau, die Kellnerin, den Kleinunternehmer, für den Landwirt, den Lehrer, den Bergmann, den LKW-Fahrer, den Soldat, den Veteranen, und für den Studenten. All die hart arbeitenden Männer und Frauen, die den Umständen trotzen, um für sich und ihre Kinder ein besseres Leben zu schaffen: Ihr sollt nicht ausgeschlossen sein. Ihr werdet nie aufgeben und ich auch nicht.
Die Frage ist, warum nehmen so viele Menschen an diesen Vorwahlen teil? Warum antworteten 64% der Demokraten in einer Umfrage, sie wollen, daß das Rennen weitergehe? Weil sie, die Kritiker und Pessimisten nicht beachtend, wissen, was auf dem Spiel steht. Sie wissen, daß wir uns in zwei Kriegen befinden, daß wir in einer Wirtschaftskrise am Rande der Rezession stecken, 9 Billionen Dollar Schulden, nie dagewesene Öl- und Benzinpreise haben sowie Lebensmittelpreise, die das tägliche Leben mehr und mehr erschweren. Sie wissen, daß sie einen Verfechter ihrer Sache brauchen. Sie brauchen jemanden, der nie aufgeben wird zu kämpfen, für eine Gesundheitsfürsorge, die jedem ohne Ausnahme zuteil wird; für eine Volkswirtschaft, die jedem zugute kommt; für gute Arbeitsplätze, die nicht nach Übersee verfrachtet werden; für bezahlbare Universitäten und erschwinglichen Wohnraum.
Bei diesen Wahlen geht es grundsätzlich darum, ob der American Dream überleben wird oder nicht, für unsere Kinder und Enkelkinder. Das ist der Kern meines Lebens und meiner politischen Grundsätze: daß wir zukünftigen Generationen so viel schulden; daß wir diesen Traum nicht zerstört sehen wollen; daß der Präsident wieder auf eurer Seite steht …"