Hillary Clinton schlägt orchestrierte Medienangriffe in „Meet the Press“ zurück

14.01.2008
Hillary Clinton schlägt orchestrierte Medienangriffe in „Meet the Press“ zurück admin 14.01.2008

In Fortsetzung der Medienkampagne gegen Hillary Clinton versuchte der Journalist Tim Russert am 13.1. in "Meet the Press", Clinton mehrfach aufs Glatteis zu führen und sie in eine Falle zu locken. Das mißlang ihm jedoch, denn die Kandidatin ging in die Offensive und beschuldigte Russert und vor allem Obama einer Kampagne der bewußten Verfälschung von Aussagen. So hatte nach der Obama-Wahlniederlage in New Hampshire dessen Kampagnenstab in Süd-Carolina fünf Vorfälle aufgelistet, in denen Hillary, ihr Mann oder Mitarbeiter angeblich taktlose und rassistische Bemerkungen gemacht haben sollten, auf die sich Russert u.a. bezog.

Die Medien hatten bereits bei den Vorwahlen in New Hampshire Methoden des bewußten Wahlbetrugs eingesetzt, um die Clinton-Kampagne zu zerstören, wie u.a. die Darstellung falscher Umfrageergebnisse als Resultate. Damit sollte nach Einschätzung des amerikanischen Politikers Lyndon LaRouche der Weg für eine unabhängige, "faschistische" Bloomberg-Option geebnet werden. Das schlug fehl, als Hillary Clinton ihre Kampagne änderte und sich direkt an die "unsichtbaren" 80% der Bevölkerung wandte, Maßnahmen gegen Zwangsräumungen forderte und die Wirtschaftslage zum Thema machte.

Russert folgte offenbar dem Skript seiner entsprechenden Auftraggeber, als er mehrere Ausschnitte von Aussagen der Clintons vorführte, ohne deren Zusammenhang zu zeigen. Das erste war Hillary’s Aussage gegenüber Fox News: „ Dr. Kings Traum begann sich zu verwirklichen, als Präsident Lyndon Johnson den Civil Rights Act von 1964 verabschiedete. Ihm gelang es damit zu diesem Zeitpunkt, etwas durch den Kongreß zu bringen, was bereits Kennedy zu erreichen gehofft hatte, und was der vorherige Präsident noch nicht mal in Angriff genommen hatte. Es war jedoch klar, daß es eines Präsidenten bedurfte, um das durchzusetzen." Russert bestand darauf, genau wie die Obama-Kampagne, dies sei eine Aussage, die Dr. Kings Rolle im Kampf um die Bürgerrechte schmälern sollte! Hillary Clinton hat jedoch klipp und klar mehrfach betont, das Dr. King einer der Menschen sei, den sie am meisten in der Welt bewundert.

Dann spielte Russert eine Aussage von Bill Clinton in Hanover, New Hampshire, in der es um Obamas Wahlkampf ging. Darin hatte Clinton gesagt, Obamas Behauptung, sich durchgängig gegen den Irakkrieg ausgesprochen zu haben, sei das „größte Märchen, das er je gehört habe". Russert ließ wieder den Kontext weg, und behauptete, Clinton habe damit den gesamten Wahlkampf von Obama gemeint. Hillary Clinton versuchte darauf, dies richtigzustellen, was Russert in einem erhitzten Wortwechsel aber nicht zuließ.

Das war aber noch nicht alles. Als nächstes bezog er sich auf ein "Newsweek"-Interview, in dem sie angeblich Obama mit dem populistischen "Demagogen" Huey Long in den dreißiger Jahren verglichen haben sollte. Schließlich wollte er von ihr wissen, ob sie Senator Obama ein "Arbeitspferd" oder "Zirkuspferd" nennen würde und sie zu Äußerungen über die Präsidentschaftstauglichkeit von Obama zu provozieren.

Schließlich versuchte Russert beharrlich, Obama im Gegensatz zu Clinton als "anti-Kriegs"-Kandidaten darzustellen. Damit gab er ihr jedoch die Möglichkeit, den Zusammenhang von Bill Clintons Äußerung darzustellen. Sie erläuterte, Obama habe 2002 eine Rede gegen den Krieg gehalten, diese aber 2003 von seiner Internetseite genommen. 2004 sagte er dann, er wisse nicht, wie er bezüglich der Resolution zur Autorisierung von Truppen für den Irak stimmen werde. Außerdem erklärte er damals, er sei damit einverstanden, wie George Bush den Krieg führe.

Clinton stellte Russert erfolgreich bloß. Sie wies darauf hin, daß nach der Anschuldigung des Top-Strategen der Obama-Kampagne, sie habe "eine Rolle bei der Ermordung Benazir Bhuttos gespielt", die Medien kein Sterbenswörtchen gesagt hatten. "Da herrschte plötzlich Stille.“ Überflüssig zu erwähnen, daß auch Russert an diesem Punkt plötzlich verstummte.

Als Russert mehrfach versuchte, sie in die (umstrittene) Begnadigung von Marc Rich durch Bill Clinton am Ende dessen Amtsperiode zu verwickeln, machte sie mehrfach deutlich, daß niemand mit ihr darüber gesprochen hatte. Russert versuchte jedoch immer wieder, einen Zusammenhang herzustellen und wies darauf hin, daß dessen Ex-Frau 190000 $ für ihren Wahlkampf gespendet habe. Schließlich wollte er noch von ihr wissen, ob sie sich denn auch "an die Vorgaben des Justizministeriums halten" werde.

Russert stellte sich schließlich selbst ein Bein, als er "Umfragen" zitierte, laut denen Obama in der Lage sei, das Land zu einen, und Hillary Clinton nicht. Viele Demokraten seien "besorgt darüber… ob Sie überhaupt in der Lage sind, die Wahl gewinnen zu können.“ Clinton darauf: „Wissen Sie, Tim, ich denke, nach New Hampshire sollte eigentlich jeder gelernt haben, daß Umfragen nicht soviel Aufmerksamkeit verdienen."

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