Hochrangige ehemalige US-Diplomaten: Mit der Hamas verhandeln

25.01.2009
Hochrangige ehemalige US-Diplomaten: Mit der Hamas verhandeln admin 25.01.2009

Zwei hochrangige ehemalige Mitarbeiter des US-Außenministeriums, der ehemalige Außenminister James Baker III sowie der ehemalige Beauftragter für Nahost, Richard Murphy, haben sich in Interviews der vergangenen Tage für direkte Verhandlungen der Vereinigten Staaten und Israel mit der Hamas ausgesprochen, wenn eine erfolgreiche Lösung der Krise zwischen Israel und Palästina eine Aussicht haben soll.

Baker sagte in einem Interview für die am 26. Januar erscheinenden Ausgabe des Magazins Newsweek: „Man muss die Hamas miteinbeziehen, denn mit nur der Hälfte der palästinensischen Politik kann man keinen Frieden verhandeln.“ Die Hamas könne Vermittler für Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten und Israel bestimmen, die zwar nicht offizielle Mitglieder der Hamas, aber für ihre Zugehörigkeit zur Hamas bekannt seien, schlug Baker vor. So hätten er und seine israelischen Kollegen es 1992 zur Zeit der Friedenskonferenz von Madrid es geschafft, das Verhandlungsverbot mit der palästinensischen Befreiungsorganisation PLO zu umgehen.

Richard Murphy behauptete, es werde „unausweichlich“ zu Gesprächen zwischen den USA und Israel mit Hamas kommen, auch wenn dies vielleicht nicht sofort geschehen werde. In einem Interview am 21. Januar mit Bernard Gwertzman auf der Internetseite des Council of Foreign Relations sagte er, Hamas sei seiner Meinung nach "ein legitimer Vertreter eines Teils der palästinensischen Gesellschaft.“

Die arabische Tageszeitung Asharq Al Awsat berichtete am 23.1., die Hamas hätte in Aussicht gestellt, Mitgliedern der Fatah, der Organisation des Präsidenten Abbas der palästinensischen Autonomiebehörde, als Sicherheitskräfte an den Grenzübergängen zwischen Gaza und Israel zuzulassen. In Kairo finden Gespräche zwischen der Fatah und der Hamas unter der Vermittlung des ägyptischen Sicherheitschefs Omar Suleiman, geführt werden. Die Gespräche in Kairo sollen eine Vertragsgrundlage schaffen und zielen auf eine langfristige Waffenruhe („hudna“) ab.

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