Höchste Zeit, vom Abgrund zurückzutreten!

03.06.2025
Höchste Zeit, vom Abgrund zurückzutreten! klaus 03.06.2025

Am 2.6. fand in Istanbul das zweite Treffen zwischen Delegationen aus Rußland und der Ukraine zur Lösung des Konflikts statt, was an sich schon ein Erfolg ist. Es handelt sich um die ersten direkten und offiziellen Gespräche seit dem Bruch der im April 2022 vereinbarten Vereinbarung durch die Ukraine. Dennoch werden die Treffen von vielen Vertretern der „Kriegspartei“ im Westen und in den Medien als nutzlos, als Grund für weitere Sanktionen gegen Rußland und als Beweis für die Notwendigkeit einer Eskalation der Aufrüstung in Europa diffamiert.

Die strategischen Umstände, unter denen sie stattfanden, sind jedoch äußerst gefährlich. Tatsache ist, daß nur einen Tag zuvor, am 1.6., die ukrainischen Streitkräfte die „Operation Spinnweben“ gestartet haben, eine Reihe von fünf lokal durchgeführten Drohnenangriffen auf fünf Militärstandorte in Rußland. Damit ist die Welt einem Atomkrieg einen großen Schritt näher gekommen. Nach Ansicht vieler Analysten aus verschiedenen Kreisen hätte dies ohne die Aufsicht und/oder Beteiligung der NATO oder anderer westlicher Mächte, insbesondere der Vereinigten Staaten oder des Vereinigten Königreichs, nicht durchgeführt werden können.

Obwohl die Einzelheiten der Operation „Spinnweben“ noch nicht bekannt sind, umfaßte sie Angriffe auf raketenfähige Bomber, die in fünf Militärflugzentren an weit entfernten Orten in Rußland stationiert waren. Präsident Selenskyj selbst prahlte am späten Abend des 1.6., die „brillante Operation“ sei über 18 Monate vorbereitet und „die Planung, die Organisation und jedes Detail perfekt ausgeführt“ worden. Er behauptete auch, das „Büro unserer Operation“ in Rußland „direkt neben dem Hauptquartier des FSB [des russischen Geheimdienstes] in einer ihrer Regionen“ gelegen sei – obwohl er natürlich, wie wir wissen, keine zuverlässige Quelle ist.

Nur einen Tag vor diesen Angriffen stürzten zwei Brücken in den russischen Regionen Kursk und Brjansk ein, was auf koordinierte Sabotageakte hindeutet.

All dies wirft die Frage auf, ob Präsident Trump im Voraus über die Operation informiert war und ob er sie gebilligt hat. Dasselbe muß man auch in Bezug auf die europäischen Staats- und Regierungschefs fragen, insbesondere vom britischen Premierminister Starmer, dem französischen Präsidenten Macron und dem deutschen Bundeskanzler Merz sowie von den NATO-Führern, die alle ihre Absicht bekundet haben, den Krieg gegen Rußland um jeden Preis fortzusetzen.

Als wollte man dies untermauern, traf NATO-Generalsekretär Mark Rutte am 2.6. in Vilnius mit den als „Budapester Neun“ bekannten Nationen sowie den nordischen Mitgliedern des Bündnisses zusammen, woraufhin sie eine gemeinsame Erklärung abgaben, in der sie sich zum Ausbau ihrer Streitkräfte gegen Rußland verpflichteten. Sie fordern die NATO-Mitglieder auf, nicht nur 2%, sondern 5% ihres Staatshaushalts für Verteidigung auszugeben. Dies beschleunigt den Countdown für den NATO-Gipfel 2025 vom 24.-28.6. in Den Haag.

Nach dem Start der Operation Spinnweben forderte der Mitbegründer der Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS), Ray McGovern, Präsident Trump unverzüglich auf, „Präsident Putin JETZT anzurufen“, um die „naiven Neocons“ zu stoppen, die den Krieg ausweiten wollen. Sein Vorschlag wurde vom Schiller-Institut unterstützt, das eine Mobilisierung in den Vereinigten Staaten startete. Hier finden Sie den Text des dabei verteilten Flugblattes auf deutsch. 

Beim wöchentlichen Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am kommenden Freitag (5.6.25, 17.00 Uhr) geht es um die gefährliche Zuspitzung der Lage und um die nötige, internationale Mobilisierung für Frieden. (hier anmelden; deutsche Simultanübersetzung).

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