(LPAC) – Vertreter des Welternährungsprogramms (World Food Program – WFP) der Vereinten Nationen warnten auf dem World Economic Forum in Davos, daß eine Verknappung der Lebensmittelvorräte ihre humanitäre Mission gefährde. "Wir haben so etwas nie zuvor erlebt: überall bettelten wir nach Weizen, und konnten zwei Wochen lang nichts bekommen", zitierte die Financial Times vom 26. Januar ein WFP-Mitglied.
Hintergrund dieses knappen Angebots an Grundnahrungsmitteln wie z.B. Getreide, sind die, in den vergangenen Monaten erfolgten, massiven Preisanstiege. Der Preis für Weizen, Reis und Sojabohnen hat auf den Rohstoffmärkten Rekordmarken erreicht, der für Mais stieg beispielsweise auf ein 12-Jahreshoch. Geflügel, Mastvieh, Milchprodukte und Eier zeigen, bedingt durch den Anstieg der Futtermittelpreise, ebenfalls inflationäre Preisschübe. Als Reaktion darauf verhängen viele Länder Exportkontrollen, um die Versorgung der eigenen Bevölkerung mit lebenswichtigen Gütern wie Weizen und Reis sicherzustellen. Der Rückgang der Nahrungsmittelexporte führte bereits zu weiteren Preiserhöhungen. Insgesamt stiegen die Kosten für importierte Nahrungsmittel im Jahr 2007 um 21% auf weltweit 745 Mrd. Dollar an.
Dieser Tage gab die Regierung in Malaysia bekannt, daß sie ein Programm zur Aufstockung von Nahrungsmittelreserven gestartet habe, einschließlich Weizen, Speiseöle und weiterer Produkte, um sich gegen die Verknappung und unkontrollierte Inflation zu schützen. Die Inflation gab bereits den Vorwand für regierungsfeindliche Demonstrationen. Die malayische Polizei nahm am 26. Januar fast 50 Oppositionelle fest, die zu einer nicht genehmigten Demonstration gegen die steigenden Nahrungsmittel- und Benzinpreise aufriefen.