Die Europäische Zentralbank (EZB) gab heute den neuesten beispiellosen Schritt, der wahrscheinlich nur bis morgen beispiellos sein wird, bekannt: Als Teil eines Vorgehens, das in der letzten Woche von fünf Zentralbanken beschlossen wurde, wurden unbegrenzte Mengen an kurzfristigen Geldern für alle Banken zur Verfügung gestellt, und zwar zu der äußerst niedrigen Zinsrate von 4,21%. Das sind bloß 21 Punkte über der offiziellen europäischen Zinsrate und weit unter der Interbankenrate, die zuletzt bei 4,9% lag. Die Financial Times berichtete, die EZB erwarte eine Nachfrage nach Zweiwochengeld in Höhe von €260,7 Mrd., tatsächlich wurden dann bis gestern Mittag 348,6 Mrd. Euro – 502 Mrd. $ – abgehoben.
Das ist die größte einzelne Geldspritze in der Geschichte der EZB. Die Ankündigung von Auktionen für ungefähr 100 Mrd. $ in der letzten Woche wurde von den Finanzmärkten als zu gering eingeschätzt.
Parallel zur Idiotie der EZB wird die Fed (U.S. Notenbank) heute die erste einer Reihe von „universellen" Geldauktionen anfangen, d.h. alle Banken können mitmachen und anonym Geld bis zu $20 Mrd. borgen. Das ist auch die erste Auktion, in der die Fed ihre (im August bekannt gegebene) Entscheidung, umsetzen und zweitrangige und CDO Anleihen als Gegenwert zu akzptieren wird, obwohl niemand weiß, was diese eigentlich wert sind, wenn sie überhaupt einen Wert haben. Theoretisch soll all dieses Geld wieder an den Kreditgeber – die EZB – zurückgezahlt werden, aber praktisch werden solche Kredite wieder und immer wieder refinanziert, so daß das Geld im System bleibt und die Hyperinflation füttert.
Während die Geldinjektionen den Körper durch eine Herz-Lungen-Maschine erhalten, kann der allgemeine Bankrott des Systems nicht geheilt werden. Gordon Brown hat ein außerordentliches Treffen der Staats- und Regierungschefs von Großbritannien, Deutschland und Frankreich in den ersten beiden Januarwochen einberufen, um die Finanzkrise zu diskutieren.