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Indien erwägt den Bau von Eisenbahnverbindungen in fünf nepalesische Städte

[Quelle: Indian Express, Chinhua]

9. April, (EIR) -- Laut Berichten im Indian Express und anderen Regionalzeitungen vom 7. April erwägt Indien, Eisenbahnverbindungen in fünf Städte im angrenzenden Himalajastaat Nepal zu bauen. China hat bereits die große Herausforderung gemeistert, eine Bahnverbindung nach Lhasa in Tibet zu bauen, und wird diese bis nach Xigaze auszubauen, einer Stadt ca. 100 km südwestlich in Richtung auf Nepal und Sikkim, einem indischen Bundesstaat. Im nächsten Jahrzehnt will China die Tibetbahn noch weiter bis nach Chomo oder sogar bis nach Yadong ausbauen, einer Stadt, die 315 km südwestlich von Lhasa nahe an dem strategischen Paß Nathu La nach Indien liegt.

Der Indian Express berichtete, daß der technische Dienst der Indischen Bahn (RITES) sehr bald einen Bericht über die möglichen Streckenführungen vorlegen werde. Die bisher einzige Bahnverbindung zischen Indien und Nepal verläuft zwischen dem nepalesischen Binnenhafen Birgunj und Raxaul im indischen Bundesstaat Bihar. Der Express zitierte einen hochrangigen indischen Bahnsprecher, der sagte: „Obwohl die (chinesische) Lhasa-Nepal-Verbindung möglicherweise weder technisch machbar noch finanziell realisierbar ist, kann die strategische Bedeutung einer solchen Verbindung nicht untergraben werden.“ Und ein RITES-Mitarbeiter sagte: „Die Möglichkeiten, Bahnstrecken von indischer Seite nach Nepal hinein auszubauen, werden erforscht. Nepal hat auch darum gebeten, daß das indische Bahnnetz, wo immer möglich, bis nach Nepal verlängert werde.“

Fünf Strecken werden in Betracht gezogen, die indische Städte in Uttar Pradesh mit Nepalgunj und/oder Bhairawaha in Nepal, Jogbani in Bhihar mit Viratnagar, Neu Jaipalguri mit Kakrabitta und/oder Jaynagar mit Birdibas verbinden würden. Alle Strecken sind „technisch machbar“, die Frage ist die Finanzierung. Das Interesse Indiens am Bau dieser Bahnverbindungen nach Nepal wird oft als geopolitische Sorge Indiens über den chinesischen Eisenbahnbau hingestellt. Es stimmt sicherlich, daß große Teile des indisch-chinesischen Grenzverlaufs immer noch nicht eindeutig gelöst sind und daß beide Länder 1962 einen kurzen Grenzkrieg gegeneinander führten. Aber die Grenze ist nun schon seit Jahrzehnten friedlich, und der grenzüberschreitende Handel entwickelt sich deutlich. Wenn die Zusammenarbeit zwischen Indien und China fortschreitet und das geopolitische Erbe der britischen Herrschaft in Indien vollends überwunden sein wird, kann ein solches Projekt zum Teil der Eurasischen Landbrücke und an sich ein technologisches Weltwunder werden.

Im letzten Jahr hat Nepal, welches wegen eines jahrelangen blutigen Bürgerkriegs zwischen selbsternannten „Maoisten“ und der Monarchie ein Unruheherd in der Region ist, angekündigt, daß China bereit sei, die Verbindung bis nach Nepal hinein auszubauen. Geographisch ist der Zugang zu Tibet über Nathu La einfacher als von Ostchina her, und dies war auch die Route, die die britische Militärexpedition 1904 nahm. Dieser Paß wurde im letzten Jahr erstmals seit 1962 für den direkten indisch-chinesischen Handel wiedereröffnet.

Es gibt auch einen Vorschlag, eine 174 km lange Bahnstrecke zwischen Raxaul in Indien und Kathmandu, der Hauptstadt Nepals, vor allem für den Gütertransport zu bauen. Ein detaillierter Vorschlag der indischen Pipavav Railway Corportation (PRCL) wurde im letzten Februar der nepalesischen Regierung vorgelegt. Der Bau dieser Strecke wäre eine ingenieursmäßige Meisterleistung mit 58 Tunneln. In dem indischen Bericht heißt es, daß die Bahnstrecke „das nepalesische Bahnnetz mit dem indischen, pakistanischen und bangladeschischen Bahnnetz verbindet und eine innerregionale Anbindung schaffen könnte.“ Die gegenwärtige Straßenverbindung bis zum indischen Hafen von Kalkutta würde um über 150 km kürzer und deutlich effizienter werden.

Letztlich könnte die Strecke auch nach Myanmar und Thailand verlängert werden, sobald Indien eine Bahnverbindung nach Südostasien plant.