Trotz der massiven Sanktionen, die das Weiße Haus unter Trump verhängt hat, um Indien dazu zu bewegen, seine Beziehungen zu Moskau abzubrechen, scheint Indien den umgekehrten Weg einzuschlagen. Am 1. September erklärte der CEO von Rosatom, Aleksej Lichatschow, gegenüber Reportern am Rande der SCO: “[Indien] ist vielleicht wie kein anderes Land daran interessiert, gemeinsam mit uns die neue vierte Generation der Kernenergie zu entwickeln. Unsere indischen Freunde schenken der Technologie von morgen besondere Aufmerksamkeit,“ berichtete RT.
Laut Lichatschow habe der indische Premierminister Modi auch das Interesse Indiens an der russischen Nordostpassage in der Arktis bekräftigt. „Eine gemeinsame zwischenstaatliche Arbeitsgruppe ist bereits tätig,“ sagte Lichatschow und fügte hinzu: „Es gibt Zielvorgaben für die kommenden Jahre – fünf Millionen Tonnen Transit mit Indien über die Nordostpassage zu erreichen. Und ich bin sicher, dass unsere Zusammenarbeit nicht darauf beschränkt bleiben wird.“
Es gibt auch Berichte, dass Indien plane, seine Ölimporte aus Russland zu erhöhen, trotz – oder vielleicht gerade wegen – des Drucks aus Washington. Reuters berichtete dies am 28. August unter Berufung auf drei anonyme Quellen aus dem Handelsgeschäft: „Indische Raffinerien würden ihre russischen Ölimporte im September um 10 bis 20 Prozent gegenüber dem Augustniveau erhöhen, was 150.000 bis 300.000 Barrel pro Tag entspricht.“
Darüber hinaus berichtete TASS, dass Indien mit Russland über die Ausweitung seiner Lieferungen von S-400-Raketensystemen und Su-57-Kampfflugzeugen verhandelt. Laut Dmitri Schugajew, Direktor des russischen Föderalen Dienstes für militärisch-technische Zusammenarbeit, „gibt es auch in diesem Bereich Möglichkeiten zur Ausweitung der Zusammenarbeit. Das bedeutet neue Lieferungen. Derzeit befinden wir uns in Verhandlungen.“ [Dies könnte der erste Exportvertrag für das Stealth-Kampfflugzeug Su-57 sein.]
Indiens Reaktion auf die Zölle des Weißen Hauses – wie die Teilnahme von Premierminister Modi am SCO-Gipfel in Tianjin – hat im Westen für absolute Panik gesorgt. Ein Beispiel hierfür ist Trumps Handelsberater Peter Navarro, der am 1. September gegenüber Reportern erklärte: „Es ist eine Schande, dass Modi – der Führer der größten Demokratie der Welt – sich mit den beiden größten Diktatoren der Welt, Putin und Xi Jinping, verbündet. Das ergibt keinen Sinn. Wir hoffen daher, dass der indische Staatschef einsieht, dass er sich uns, Europa und der Ukraine anschließen muss und nicht Russland.“ Navarro wiederholte seine Forderung, dass Indien den gesamten Handel mit Russland einstellen solle.
Quelle: eirna.de