Die iranische Regierung gab am 27. Juni bekannt, daß sie die Rationierung von Benzin trotz heftiger öffentlicher Proteste am Dienstag (den 26. Juni) Abend in der Hauptstadt Teheran und anderswo, die auch am Mittwoch wieder ausbrachen, fortführen werde.
Der stellvertretende Sprecher des iranischen Parlaments, Javad Bahonar, sagte den Abgeordneten, Ölminister Kazem Vaziri-Hamaneh werde bald einen Plan bekanntmachen, mit dem der Verkauf von Benzin zu Marktpreisen an Privatkonsumenten gestattet wird, die mehr als die 100 Liter brauchen, die sie nach der von der Regierung neu eingeführten Rationierung pro Monat kaufen dürfen.
Die Proteste sind die ersten wütenden Kundgebungen, seit Präsident Ahmadinejad das Amt im Jahre 2005 übernahm, obwohl sich bereits in Wirtschaftskreisen Kritik angehäuft hatte, seine Politik werde die Inflation antreiben, während die Armen auf der Strecke bleiben.
Iran, der zweitgrößte Ölproduzent der OPEC und viertgrößte der Welt, gab am Dienstag bekannt, daß der Rationierungsplan, der dazu dienen soll, die enormen Staatssubventionen zu reduzieren, privat geführte Pkws und Taxis betrifft. An den Tankstellen in Teheran und im ganzen Land bildeten sich lange Autoschlangen, einige mehrere Kilometer lang, bewacht von bewaffneten Polizisten. In manchen Gegenden tauchten Leute mit Eimern auf, um sie mit Benzin zu füllen.
Trotz alledem schlossen einige Mitglieder des Abgeordnetenhauses aus, daß die Krawalle am Dienstag und Mittwoch irgendetwas mit den Rationierungsmaßnahmen der Regierung zu tun hatten. „Die Angriffe auf die Tankstationen waren schon lange zuvor von ,agents provokateurs' organisiert worden, die für die US-Regierung arbeiten, die einige geistig verwirrte Einzelpersonen dazu anstiften konnten, Tankstellen in Brand zu stecken“, sagte ein Abgeordneter der Nachrichtenagentur NKI.