Irankrieg: ASEAN-Aussenminister fordern Ende der Kriegshandlungen

22.07.2026
Irankrieg: ASEAN-Aussenminister fordern Ende der Kriegshandlungen klaus 22.07.2026

Die Außenminister der elf Mitgliedstaaten der Vereinigung Südostasiatischer Staaten (ASEAN) eröffneten am 21. Juli in Manila auf den Philippinen eine dreitägige Konferenz, um sich mit der sich verschärfenden Krise im Iran sowie mit den Territorialstreitigkeiten im Südchinesischen Meer zu befassen. Eine morgendliche Sitzung hinter verschlossenen Türen führte rasch zur Verabschiedung einer Erklärung der ASEAN-Außenminister, in der ein sofortiger Stopp aller Kampfhandlungen in Südwestasien sowie die vollständige Wiedereröffnung der Straße von Hormus gefordert wird.

In der Erklärung heißt es: „Wir haben unsere tiefe Besorgnis über die sich rasch entwickelnde Lage im Nahen Osten zum Ausdruck gebracht, insbesondere über die erneuten Feindseligkeiten zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Islamischen Republik Iran.“ Die Erklärung fordert „größtmögliche Zurückhaltung“, um Frieden, Stabilität, Wohlstand und die Geltung des Völkerrechts zu erreichen. Die Minister forderten die Aufrechterhaltung der Sicherheit auf See sowie die Wahrung der Freiheit der Schifffahrt durch die Straße von Hormus und des Flugverkehrs über der Region. Sie verweisen auf die unmittelbaren und langfristigen Auswirkungen, die dieser Konflikt für die 680 Millionen Bürger der ASEAN-Staaten mit sich bringt. Der Krieg habe den regionalen Handel, die Energieversorgung, die Ernährungssicherheit, die Lieferketten, die Landwirtschaft sowie landwirtschaftliche Betriebsmittel, insbesondere Düngemittel, beeinträchtigt. Die ASEAN-Minister verpflichteten sich, die interne Zusammenarbeit und Koordination zu verstärken und sich in Krisenzeiten gegenseitig Nothilfe zu leisten. Alle Nationen seien verpflichtet, Differenzen friedlich beizulegen, die Souveränität und territoriale Integrität anderer zu achten sowie Zivilisten, zivile Infrastruktur, humanitäres Personal und UN-Friedenstruppen im Einklang mit dem Völkerrecht zu schützen.

Die ASEAN wurde 1967 ursprünglich als Block gegen den Kommunismus gegründet, konzentriert sich mittlerweile jedoch stärker auf wirtschaftliche Entwicklung und politische Zusammenarbeit. Sie ist bekannt für ihre informellen und persönlichen Kontakte, die manchmal als „ASEAN-Way“ bezeichnet wird. Im Gegensatz zu einigen westlichen Kulturen gibt es hier kein Säbelrasseln, keine Drohungen und keine Verunglimpfung des Gegners, sondern einen humaneren Ansatz, der auf persönliche Überzeugungsarbeit und stille Diplomatie setzt.

Quelle: eirna.de

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