Am Ende eines Konzerts in London, das er am 11. September dirigierte, hielt der israelische Dirigent Ilan Volkov eine kurze, leidenschaftliche Ansprache an das Publikum. Mehr dazu auch hier.
Volkov sagte: „Ich komme aus Israel und lebe dort. Ich liebe es, es ist meine Heimat. Aber was dort [in Gaza] passiert, ist abscheulich und entsetzlich in einem Ausmaß, das unvorstellbar ist. Unschuldige Palästinenser werden zu Tausenden getötet, immer wieder vertrieben, ohne Krankenhäuser und Schulen, ohne zu wissen, wann die nächste Mahlzeit kommt. Israelische Geiseln werden unter schrecklichen Bedingungen seit fast zwei Jahren festgehalten, und politische Gefangene schmachten in israelischen Gefängnissen.“ Er rief zum Handeln auf: „Ich bitte Sie alle, alles in Ihrer Macht Stehende zu tun, um diesen Wahnsinn zu stoppen. Jede noch so kleine Handlung zählt, während die Regierungen zögern und abwarten. Wir können das nicht länger zulassen, jeder Moment, der verstreicht, gefährdet die Sicherheit von Millionen Menschen.“
In einem Interview mit der Londoner Times nach dem Konzert kündigte Volkov an, er werde vorläufig nicht mehr in Israel arbeiten. „Der Satz ‚Nicht in meinem Namen‘ ist nicht immer hilfreich“, sagt er. „Aber dieser Krieg findet in meinem Namen statt und ich werde dagegen kämpfen. Wir müssen Stellung beziehen. Wir müssen kreativ darüber nachdenken, was wir tun können. Ich glaube, dass jetzt alle gewaltfreien Mittel, um Einfluss auf die Situation zu nehmen, entscheidend sind.“
Frieden werde nicht aus Israel heraus kommen. „Wir Israelis allein – die Palästinenser und die kleine Minderheit der Juden, die sich dagegen stellen – werden Netanjahus Regierung nicht aufhalten können. Wir brauchen die Unterstützung der ganzen Welt, um diesem Massaker ein Ende zu setzen.“
Quelle: eirna.de