Israelischer Minister Ben-Eliezer: Barghouti sollte die Palästinenser anführen.

29.09.2007
Israelischer Minister Ben-Eliezer: Barghouti sollte die Palästinenser anführen. admin 29.09.2007

Benjamin Ben-Eliezer fordert Barghoutis FreilassungDer israelische
Infrastrukturminister Benjamin Ben-Eliezer forderte die Freilassung des
Palästinenserführers Marwan Barghouti aus israelischer Haft. „Marwan Barghouti
ist meiner Meinung nach der nächste Anführer der Palästinenser", sagte
Ben-Eliezer der israelischen Tageszeitung Ha’aretz.
„Ich sage, es gibt keinen Grund zur Sorge, und dass es möglich sein muss, seine
Freilassung in Erwägung zu ziehen. Ich würde das tun. Es wäre absolut legitim,
obwohl er sehr schwerer Verbrechen verurteilt wurde, und ich das nicht leicht
nehmen will."

Ben-Eliezer sagte,
einige Israelis hätten eine "psychologische Abneigung" gegen den Gedanken
Barghouti, der fünf lebenslängliche Haftstrafen wegen vermeintlicher Teilnahme
an Mord absitzt, frei zu lassen, aber er fügte dem hinzu: „Ich habe eine solche
Abneigung nicht. Was ich viel mehr Abschreckend finde, ist die Zukunft, die wir
für unserer Kinder erschaffen. Es ist notwendig, über Alles zu reden und Alles
zu untersuchen, und heraus zu finden, was für den Staat Israel von Vorteil
ist."

Barghouti ist ein
prominenter Anführer der Fatah und unter anderem hatten schon Lyndon LaRouche
und der ehemalige US-Außenminister James Baker III seine Freilassung gefordert.
Prof. Ahmed Al Kedidi, einer der Sprecher auf der[url:“artikel/eurasische-landbrucke-wird-realitat“] Konferenz des Schiller-Instituts
zur Eurasischen Landbrücke am 15. und 16. September in Kiedrich[/url], ist ebenfalls
ein lautstarker Befürworter der Freilassung Barghoutis.

Marwan Barghouti ist auch in Gefangenschaft der glaubwürdigste Anführer der PalästinenserBen-Eliezer
unterstrich die Bedeutung Barghoutis, als er sagte: "Meiner Ansicht nach gibt es
hier ein Dreieck, ob wir darüber reden wollen oder nicht. Es handelt sich um
[den Palästinenserpräsidenten] Abu Mazen, [Premierminister] Salam Fayyad und
Marwan Barghouti. Niemand sollte denken, dass irgendetwas ohne Barghouti
geschehen kann. Er ist meiner besten Einschätzung nach tatsächlich die standfeste
Seite des Dreiecks. Er gewinnt viel Begeisterung und viel Respekt, nicht nur
weil er im Gefängnis sitzt, sondern viel mehr weil er, wie man so sagt, der „sauberste
von allen" ist. Wir reden hier immerhin noch von einem Anführer, der selbst als
Gefangener nicht verachtet werden sollte, und dem man zuhören muss. Er ist
obendrein der einzige Anführer, für den die Hamas einen gehörigen Respekt
behalten hat, ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass es in der Hamas so
etwas wie Ehrfurcht vor ihm gibt."

Ben-Eliezer begründete seinen Aufruf damit, dass er
ein sehr sicherheitsbedachter Mensch sei: "Wir sollten zehn Jahre voraus
schauen. Wir sollten darüber Rechnung tragen, wie lange wir noch unsere Kinder
50 Tage im Jahr in der militärischen Reserve dienen lassen wollen, und wie
lange wir noch alle unsere Ressourcen in die Verteidigung stecken wollen… Wir
sollten uns Barghouti aufmerksam ansehen, selbst als Gefangenen. Wir sollten
beachten, wie wir mit ihm im Dialog stehen, und wie wir eine Öffnung finden,
durch die ein Friedensprozess beginnen kann. Wir tun nichts einfach ab."

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