Italienischer Senat diskutiert Neues Bretton Woods

19.02.2009
Italienischer Senat diskutiert Neues Bretton Woods admin 19.02.2009

Im Italienischen Senat ist für den 26. Februar eine Debatte über mehrere Anträge für ein Neues Bretton Woods-Finanzsystem (NBW) geplant. Zwei der Anträge (von den Senatoren Peterlini und Baldassarri)aus dem letzten Jahr sind von Mitarbeitern Lyndon LaRouches entworfen worden, einer bezieht sich direkt auf LaRouche als Autor des NBW-Vorschlages. Diese Debatte folgt auf den gerade beendeten G-7 Gipfel in Rom.

Der Gastgeber des Gipfels, Wirtshafts- und Finanzminister Tremonti, will, daß die G-8 und nicht die G-20 die Politik für ein NBW entwerfen. Die G-20 Politik wird bisher weitgehend von der britischen Seite kontrolliert, was nichts anders bedeutet, als daß das globalisierte Finanzcasino unter der Federführung von Gordon Brown mit den Methoden des George Soros "reformiert" werden soll. Das heißt: weitere Ausplünderung der Realwirtschaft zugunsten des Finanzcasinos und unbegrenzter Gelddruckerei.

Die Kräfte des anglo-holländischen Finanzempires waren nicht begeistert von der Entscheidung des G-7 Gipfels, ein Komitee damit zu beauftragen, neue Regeln für den kommenden G-8 Gipfel zu entwerfen, weil damit der G-20 Gipfel, der im April in London stattfinden wird, neutralisiert werden könnte.

Diese Auseinandersetzung kam nach dem G-7 Gipfel öffentlich u.a. in zwei Zeitungsartikeln zum Ausdruck: einer vom Soros nahestehenden, ehemaligen italienischen Premierminister Romano Prodi, der andere von Tremonti selbst. So traf Prodi in der Tageszeitung Il Messaggero eine sophistische Unterscheidung zwischen einem Neuen Bretton Woods – und der Lösung der Finanzkrise. Unter der Überschrift „Grünes Licht von der G-7 für ein Neues Bretton Woods,“ erkennt er zwar den Verdienst Tremontis an, das NBW auf die Tagesordnung der G-7/G-8 gesetzt zu haben, argumentiert aber, dass der vorgesehene Zeitraum von 4 Monaten zu kurz sei, um „eine Art Neues Bretton Woods vorzubereiten.“ Damals habe es vier Jahre gedauert, alles vorzubereiten. In der Zwischenzeit müsse aber das System mit unmittelbaren Maßnahmen "am Leben gehalten werden".

Am nächsten Tag antwortete Tremonti in einem Brief an die Tageszeitung Corriere della Sera, worin er formal Prodi für seine staatsmännische Herangehensweise lobte, seine Argumente aber zurückwies. Zwar habe der ursprüngliche Bretton Woods Prozess vier Jahre gedauert und natürlich seien vier Monate zu wenig, um ein Neues Bretton Woods Abkommen zu erreichen. Allerdings sei es sehr wohl ausreichend, um einen Leitfaden zu entwickeln. Man müsse schließlich nicht nur aus dieser Krise herauskommen, sondern auch verhindern, dass man mit den dabei verwandten Methoden nicht die Grundlage für neue Krisen legt.

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