Italienisches Aspen-Institut: Kein Niedergang der USA

31.12.2008
Italienisches Aspen-Institut: Kein Niedergang der USA admin 31.12.2008

Aspania, das Magazin des italienischen Aspen-Instituts, veröffentlichte in seiner neuesten Ausgabe einen Beitrag, der den Theorien eines "Verfalls" der USA und einem daraus entstehenden multipolaren Chaos widerspricht. Der Vorsitzende des Aspen-Instituts ist der italienische Wirtschaftsminister Giulio Tremonti.

Im Leitartikel schreiben Marta Dassu und Lucia Annunziata, sie gingen davon aus, daß "Amerika weiterhin den Mittelpunkt der internationalen Ordnung bilden wird. Amerika bleibt Nummer 1. Zwar stimmt es,  dass die Streuung wirtschaftlicher Macht für die USA ein Problem darstellt; allerdings bleiben die USA trotz dieser Neuverteilung der Macht der Dreh- und Angelpunkt im gesamten globalen System. Aus der Geschichte wissen wir, dass eine multipolare Ordnung, um zu funktionieren, Führung braucht. Die Frage ist deshalb: Wird es Obamas Präsidentschaft gelingen, diese Führungsrolle zu übernehmen? Wir hoffen darauf, denn sonst wird aus der internationalen Ordnung keine multipolare, sonder eine unpolare, das heißt chaotische Ordnung.“

"Bis heute sind die USA als Land (und vielleicht als Regierung) am besten dafür gerüstet. Dies verdankt es seinen innovativen Fähigkeiten, dem Potential, rasch mit neuen Entwicklungen umzugehen und Erschütterungen wegzustecken, sowie der kritischen Masse (Binnenmarkt und Absatzmärkten) und seinen Alliierten und Partnern."

"Es gibt keine andere Weltlokomotive: Dazu braucht man nur auf die Krise in Russland und die Kapitalabflüsse zu schauen, oder auf Pekings Angst vor einem Einbruch des Wachstums unter 7%… ohne eine Erholung der Vereinigten Staaten wird es keine Lösung geben: allein schon aus diesem Grund bleibt Amerika im Zentrum."

Die Autoren schreiben,  der Erfolg von Obamas Präsidentschaft hänge davon ab, ob es ihm gelingt, die Wirtschaft mit einer Art "New Deal" als Initialzündung anzuwerfen. Der "Multilateralismus" der neuen US-Administration sei nicht dasselbe, was sich Europäer darunter vorstellten. Die USA werde weiterhin vorrangige Beziehungen mit einzelnen Nationen haben.

Der Artikel schließt mit der Aussicht auf ein neues Bretton Woods, welches auf dem Wachstum der Binnenwirtschaften in den Vereinigten Staaten, China und Europa basieren soll.

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