In einer soeben fertig gestellten Studie berichten britische und US-amerikanische Forscher anhand von Untersuchungen in 21 Ländern Osteuropas, daß die Kreditbedingungen des IWF (Internationaler Währungsfonds) eine wesentliche Rolle bei der Wiederkehr von Tuberkulose, insbesondere der resistenten Stämme, gespielt hätten.
Die Analysten der Universität Cambridge und Yale berichten, die Erfüllung der strikten IWF-Auflagen habe dazu geführt, daß Haushaltsausgaben um 8% gesenkt wurde und die Anzahl von Ärzten pro Einwohner um 7% abnahm. Außerdem ging damit auch die DOTS-Methode der TB-Behandlung zurück, die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen wird (direkt beobachtete Therapie). Den Forschern zufolge gab es einen direkten Zusammenhang zwischen dem Beginn eines IWF-Programms und dem Anstieg der Tuberkulosefälle. In den betreffenden Ländern, so die Studie, habe es einen 16.6%igen Anstieg der Todesrate und 100.000 Todesfälle mehr gegeben. Ohne diese IWF-Programme wäre die Todesrate um über 10% gesunken, sagen die Forscher. David Stuckler von der Cambridge Universität: "Der IWF hat offenbar ganz andere Prioritäten."